17.04.2019 09:55
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Aargau
Schnelle Gespräche, grosser Erfolg
Beim Speed-Dating Event zwischen Gastronomie- und Landwirtschaftsbetrieben am Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg in Gränichen AG ergaben sich intensive Gespräche.

Etwas mehr als dreissig Personen nahmen am Event vom 4. April teil. Davon waren 24 aus der Landwirtschaft und 8 waren Gastrobetriebe. Obwohl die Gastroseite weniger gut vertreten war, sei das kein Problem gewesen, wie Manuela Isenschmid, Verantwortliche Hauswirtschaft und Direktvermarktung an der Liebegg, im Gespräch verriet.

Sie habe gemerkt, dass es kein Indiz auf mangelndes Interesse sei. "Es war schwierig, eine Zeit festzulegen, in der der Mittagsservice bereits abgeschlossen ist und der Anlass nicht zu lange dauert, weil andere wieder in den Stall müssen", so Isenschmid. Gastrobetriebe seien oft mit wenig Personal aufgestellt und gute Stellvertretungen fehlten. 

Kurzerhand Programmänderung

Kein Grund zur Sorge für die Projektverantwortlichen Manuela Isenschmid und Marina Kindlimann vom Bauernverband Aargau. Man habe sich entschlossen, zwei Gruppen zu machen.

Bei der ersten Gruppe gab es ein Speed Dating von Landwirten und Gastronomen (teils in Gruppen von 2:1) und in der zweiten Gruppe wurde ein Speed Dating von Landwirt zu Landwirt (1:1) durchgeführt.

Isenschmid begründet diese Programmänderung damit, dass gerade in Hofläden der Warendruck oft zu tief sei und eine Zusammenarbeit mit anderen Betrieben Sinn machen würde, um die eigene Produktpalette zu ergänzen. Am Speed Dating konnte herausgefunden werden, wo man Produkte finden kann, die zum eigenen Betrieb und zur eigenen Philosophie passen. 

Überraschende Gespräche 

Das Feedback der Teilnehmenden war durchgehend positiv. Der Anlass gab Gelegenheit, viele Personen kennenzulernen. Durch das Speeddating wählte man sich die Gesprächspartner nicht nach Sympathie aus, sondern wurde zugeteilt.

Das ergab überraschend spannende Gespräche, die vielleicht sonst so nie stattgefunden hätten. Laut Manuela Isenschmid wurde der Anlass von den Teilnehmenden mit "gute Eindrücke, aber noch keinen konkreten Partner" bis hin zu "ich weiss jetzt schon mit wem ich zusammenarbeiten möchte" beschrieben. 

Die Zeit arbeiten lassen

Der Event bot eine gute Plattform, um sich in kurzer Zeit mit seinen Produkten und als Person zu präsentieren und sich darin zu üben. Betriebe, die Produkte mitbrachten und Firmenkleidung trugen, seien sofort aufgefallen und man hatte Lust, mit ihnen über ihre Produkte zu sprechen, so Isenschmid.

Wenn aber ein Gespräch nicht nach den eigenen Vorstellungen verlief, bot das darauffolgende Gespräch eine neue Chance. Es brauche Initiative von Seiten der Landwirte, die versuchen einen passenden Gastrobetrieb zu finden. 

Isenschmid sagt, dass es schön gewesen wäre, noch mehr Gastronomen dabei zu haben, allerdings war der Austausch zwischen den Landwirten sehr bereichernd, wie sie anfügt. Auch innerhalb könne die Wertschöpfung gesteigert werden und man könne gegenseitig von den bestehenden Kundenkreisen profitieren. 

Die beiden Projektverantwortlichen können sich gut vorstellen, einen solchen Folgeanlass zu organisieren, wollen aber erst mal die Zeit arbeiten lassen. Die Ausschreibung bei den Gastronomen würden sie im Folgefall früher starten. 

Mehr Informationen gibt's hier.

Kritisches Hinterfragen

Nach dem Speed Dating gab es einen kurzen Workshop, in dem in zwei Gruppen die folgenden Fragen geklärt und auf Plakaten dargestellt wurden: 

•Was tragen Landwirtschafts-Betriebe zu einer professionellen und langlebigen Geschäftspartnerschaft bei?

• Was tragen Gastrobetriebe zu einer professionellen und langlebigen Geschäftspartnerschaft bei? 

Dabei kamen Wünsche, Erfahrungen und Vorurteile zum Ausdruck. Diese Plakate hingen dann während des Netzwerkapéros auf und die Gastronomen wurden aufgefordert, diese zu lesen und mit Klebzetteln zu ergänzen. 


 


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