28.07.2014 22:27
Quelle: schweizerbauer.ch - Jacqueline Graber/sda
Unwetter
Schon vor dem erwarteten Regen richten Gewitter neue Schäden an
Neue Gewitter haben am Montag erneut Schäden an Häusern und Verkehrswegen angerichtet, vor allem in den Kantonen Bern und Luzern. Sie waren Vorboten des intensiven Regens, der in der Schweiz erwartet wurde. Der Bund dehnte die Hochwasserwarnung auf den Jura und das Tessin aus.

Ab Montagnachmittag ist eine Gewitterfront über die Schweiz hineingebrochen. In Grünenmatt (Gemeinde Lützelflüh) im Kanton Bern ist die Grüne vereinzelt über das Ufer getreten und hat Keller überschwemmt.  Zudem war von ungefähr  18 Uhr bis 20 Uhr war die Bahnstrecke Ramsei - Lützelflüh wegen des Unwetters unterbrochen. 

Besonders stark vom Unwetter betroffen ist der Wasen (Gemeinde Sumiswald).  Gemäss Augenzeuge verwandelten die starken Regenfälle den Hornbach in Wasen in einen reissenden Fluss, der sogar ein Auto mit sich riss. Vor Ort ist das Regionale Führungorgan (RFO). "Personen wurden nach ersten Angaben keine verletzt", sagt Markus Hofer, Mediensprecher RFO. Im Schallenberg kam es am Nachmittag zu mehreren Erdrutschen. Eine davon hat die Passstrasse im Gebiet Süderen (Gemeinde Röthenbach) verschüttet. Indessen habe sich gemäss Augenzeugen, die Situation in Schangnau nicht verschlechtert.

Über dem Kanton Luzern entluden sich am Nachmittag heftige Unwetter. Die Polizei registrierte weit mehr als 100 Schadenmeldungen, wie es in einer kurz nach 19 Uhr verschickten Mitteilung der Staatsanwaltschaft hiess. Betroffen waren vor allem das Entlebuch und Gebiete im Luzerner Hinterland.

Keller und Gebäude voll Wasser

Der Schaden sei massiv, hiess es in der Mitteilung. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Bäche traten über die Ufer, Keller und Dutzende Gebäude füllten sich mit Wasser. Strassen standen am Abend unter Wasser oder waren von Geschiebe oder Hangrutschungen blockiert. Auf verschiedenen Bahnstrecken, etwa der Verbindung Luzern - Olten SO, kam es zu Störungen und Unterbrüchen.

Am Abend erreichten die ersten Gewitter die Ostschweiz und störten auch dort den Bahnverkehr. Die Strecke Gais AR-Altstätten SG war vorübergehend nur beschränkt befahrbar, und wegen Hochwassers konnten auch zwischen Urnäsch AR und Appenzell vorübergehend keine Züge mehr verkehren.

Ein Sprecher der St. Galler Kantonspolizei sagte auf Anfrage, in Gams und in Altstätten seien die Feuerwehren im Einsatz. Sie müssten überflutete Keller auspumpen und Strassen freiräumen. Weitere Schadenorte waren am Abend noch nicht bekannt.

In Basel Einsätze im üblichen Rahmen

In der Region Basel mussten Feuerwehrleute schon am Nachmittag nach kräftigen Gewittern einige wenige Einsätze leisten, im «üblichen Rahmen», wie es bei den Polizeien von Basel-Stadt und Basel-Landschaft auf Anfrage hiess.

Andernorts bereiteten sich die Behörden auf Hochwasser vor: Im Stadtberner Mattequartier zum Beispiel wurden am Nachmittag erneut erste vorsorgliche Hochwasserschutzmassnahmen eingerichtet und die Menschen per SMS vor der ansteigenden Aare gewarnt. Im Kanton Zürich warnte die Polizei am Montag davor, sich im und am Wasser aufzuhalten. Schon am Sonntag waren vorsorglich mehrere Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Sihl- und dem Zürichsee abgelassen worden. Damit sollten diese Gewässer etwas mehr Regen aufnehmen können.

Vorbereitungen in Kantonen Aargau und Solothurn

In den Kantonen Aargau und Solothurn bereiteten sich die kantonalen Führungsstäbe am Montag auf eine mögliche Hochwassersituation entlang der Flüsse vor. In beiden Kantonen wird die Lage aber bislang als noch nicht kritisch betrachtet.

Der Bund dehnte seine Hochwasserwarnung auf das Tessin und den Jura aus. Nach Angaben des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) dürften bis Dienstagmittag in vielen Gebieten am Alpennordhang, im Jura, im Wallis, in der Gotthardregion und in einigen Gebieten des Tessins 50 bis 80 Liter Regen pro Quadratmeter fallen.

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