19.05.2017 08:56
Quelle: schweizerbauer.ch - sam
Betrug
Schon wieder Emmentaler gefälscht
Ein Käser aus dem Linthgebiet soll laut «St. Galler Tagblatt» nach 10 Jahren erneut Grosslochkäse als Emmentaler AOP falsch deklariert haben.

Schweinefleisch aus «normaler» Zucht mit dem Tierschutz-Qualitätslabel versehen, Grosslochhartkäse als Emmentaler verkauft. Nicht zum ersten Mal soll ein Käser und Schweinemäster aus dem Linthgebiet seine Kunden betrogen haben. Seit 2006 stand er dreimal vor Gericht, am 20. Juni kommt es zum vierten Mal zum Prozess.

Im März hatte ihn das St.Galler Kantonsgericht unter anderem wegen gewerbsmässigen Betrugs verurteilt. Er soll Schweinefleisch falsch deklariert haben. Das Bundesgericht wird noch über diesen Fall urteilen müssen. Vor dem Kreisgericht See-Gaster geht es nun um Falschdeklaration von Emmentaler Käse. Der Vorwurf ist nicht neu: Schon vor zehn Jahren soll der 49-Jährige seinen Käse als Emmentaler verkauft haben, obwohl dieser den Kriterien nicht entsprochen hatte. Damals war der Mann vom Betrugsvorwurf freigesprochen worden.

Auch der Erfolg dieser erneuten Anklage sei unsicher, schreibt das «St. Galler Tagblatt». Die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren im Juni 2016 eingestellt. Erst eine Beschwerde der Emmentaler Switzerland führte zum Verfahren. Seinen Grosslochhartkäse, dem Emmentaler zwar ähnlich, aber nicht gleich, soll er mit Etiketten wie «Original-Emmentaler Switzerland» oder «Original Emmental Lo Svizzero» versehen haben.

Der Grossteil des Käses wurde ins Ausland geliefert, rund 3447 Tonnen. Der Beschuldigte soll durch die angebliche Falschdeklaration die Abnehmer in die Irre geführt haben. Die Anklage wirft ihm vor, auf diese Weise einen Mehrerlös von über 12 Millionen Franken erwirtschaftet zu haben.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE