12.06.2018 16:40
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Bern
Schüler werden zu Gärtnern
Dank dem Projekt Gemüsetruhe der OGG können Kinder der Primarschule Kirchenfeld in Bern selber Gemüse ziehen.

Für einmal ging es am Montag für die Kinder der Primarschule  Kirchenfeld in Bern vom Klassenzimmer nach draussen. Dort wurde ihnen vom Lehrer und Co-Leiter der Tagesschule Peter Stucki die Gemüsetruhe der Oekonomischen Gemeinnützigen Gesellschaft Bern (OGG), die den «Schweizer Bauer» verlegt, gezeigt.

Von Kindern bepflanzt

Schon vor einiger Zeit wurden die Hochbeete von der Stiftung Terra Vecchia an die Schule geliefert, und die Kinder der Tagesschule durften auf dem Markt Setzlinge kaufen und die Kisten im Anschluss bepflanzen. Das Projekt sei bei den Schülern sehr gut angekommen, betont Peter Stucki. Der Lehrer ist selber passionierter Gärtner und hat sich deshalb auch auf die Ausschreibung der OGG gemeldet, in der Quartiervereine, Kirchgemeinden und Schulen aufgefordert wurden, beim Projekt Gemüsetruhe mitzumachen.

«Die Kinder bekommen durch das Projekt einen besseren Bezug zum Gemüse. Sie sehen, wo es herkommt und was es braucht, bis es gewachsen ist», erklärt Stucki. Er sei auch erstaunt und positiv überrascht, dass bisher nichts kaputt gemacht worden sei. «Das war meine grösste Sorge. Aber mir scheint, dass die Kinder durch das Gärtnern auch an Respekt für das Gemüse gewonnen haben.»

Neues entdecken

Damit die Schüler nicht nur sehen, wie das Gemüse wächst, sondern auch dessen Geschmack kennenlernen, können sie an einem Degustationsbuffet Gurken, Rüebli, Radiesli, Kohlrabi und Fenchel probieren. Die Degustationsrunde scheint Freude zu bereiten. Mutig greifen die Kinder auch zu etwas weniger bekanntem Gemüse wie dem rohen Fenchel und scheinen positiv überrascht von dessen Geschmack zu sein.

«Dank der Gemüsetruhe sehen nicht nur die Kinder, sondern auch ihre Eltern, wie einfach Gärtnern ist. So ist die Hürde für den Einstieg weniger hoch. Zusätzlich liegt Urban Gardening voll im Trend und kommt bei allen Beteiligten gut an», betont Annekathrin Jetzler, Projektleiterin OGG. Im Sinne der Nachhaltigkeit hoffe sie, dass das Projekt dazu führe, das Lebensmittel mehr Wertschätzung erfahren. «Es ist wichtig, dass man bereits Kinder dafür sensibilisiert.»

Projekt geht weiter

Nach dem positiven Start steht für Peter Stucki fest, dass das Projekt an seiner Schule weitergeführt werden soll. «Das Gemüse werden wir dann mit den Kindern in der Tagesschule essen.»

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