Freitag, 23. Juli 2021
17.12.2012 11:18
Weihnachten

Schweizer Christbäume gefragt, doch zu wenig angebaut

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Von: sda

Rund eine Million Christbäume werden in der Schweiz jedes Jahr verkauft. Die Mehrheit von ihnen stammt aus dem Ausland. Zwar steigt die Nachfrage nach einheimischen Tännchen, das Angebot ist jedoch zu klein – und das Heranwachsen neuer Bäume dauert Jahre.

«Die Tendenz ist deutlich spürbar, dass die Konsumentinnen und  Konsumenten einen Schweizer Christbaum bevorzugen», sagt Josef  Brägger von IG Suisse Christbaum, die Dachorganisation der  schweizerischen Christbaumproduzenten. Um die wachsende Nachfrage zu  befriedigen, müssten einheimische Bäume auch erhältlich sein.

Die Aufzucht weihnachtswürdiger Nadelbäume hinkt der Nachfrage  hinterher. «Es wird mittlerweile mehr produziert», sagt Brägger.  Doch lasse sich die Zahl angebotener Bäume nicht von einem Jahr aufs  andere beeinflussen.

Jahrelange Aufzucht

Sieben bis acht Jahre dauert es, bis ein neu gepflanzter  Tannenbaum als Christbaum gefällt werden kann. Die Anbaufläche in  der Schweiz sei seit mehreren Jahren erhöht worden, hiess es auf  Anfrage bei Coop. Der Grossist verkauft nach eigenen Angaben rund  80’000 Christbäume pro Jahr.

Es dauere aber seine Zeit, bis auch das Angebot einheimischer  Tannen ausgebaut werden könne. Auf rund 35 Prozent beziffert Coop  den Anteil Schweizer Christbäume am gesamten Sortiment, Tendenz  steigend. In den vergangenen Jahren seien immer weniger Bäume  importiert worden.

Bei der Konkurrentin Migros ist es schwerer, an Zahlen zu kommen;  die einzelnen Genossenschaften kaufen die einheimischen Bäume  unabhängig ein. Migros-Sprecherin Jeannine Villiger schätzt den  Anteil an Schweizer Bäumen auf 50 Prozent.

Gegenüber dem Vorjahr sei dieser Wert konstant geblieben, sagt  sie. «Wir stellen jedoch einen Trend fest, dass Bäume aus der Region  bevorzugt werden.»

Schweizer Bäume etwas teurer

Egal ob aus der Schweiz oder aus dem Ausland: Beim Preis spielt  die Herkunft keine grosse Rolle, wobei einheimische Tannen im  Schnitt etwas teuer sind. «Die Unterschiede bewegen sich aber im  marginalen Bereich», sagt Brägger. Die momentane Währungssituation  habe die Lage nicht zugunsten der Schweizer Bäume verbessert.

Was für die inländische Produktion spreche, sei die Frische: Die  importierten Bäume stammen meist aus Dänemark, seltener aus  Deutschland. Dort werden sie – ebenso wie in der Schweiz – in  grossen Baumschulen aufgezogen. Einige seien bereits Mitte November  gefällt worden. «Das sieht man ihnen teilweise sofort an», stellt  Brägger fest.

Urs Wehrli, Sprecher des Verbands Waldwirtschaft Schweiz (WVS),  geht davon aus, dass sich die Christbaummarkt in Zukunft  polarisieren wird. «Die einen werden einfach zuschlagen, wenn sie  einen Baum für 20 Franken sehen», sagt er. Auf der anderen Seite  beobachte er den Trend – ebenso wie in der ganzen Landwirtschaft -,  dass der Käufer die Herkunft des Produkts genau kennen will.

Doch nicht nur über den Anbauort wollten gewisse Konsumenten  besser informiert sein. Ihr Wunsch nach präziser Deklaration gehe  noch viel weiter: So möchten einige sogar die Mondphase wissen, bei  der der Christbaum gefällt wurde.

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