15.12.2016 16:21
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Basel-Land
Schwingen statt Fussball
Wo normalerweise die Stars des FC Basel kicken, sollen dereinst die chächsten Männer des Landes in die Hosen steigen: Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) soll 2022 im Basler «Joggeli» ausgetragen werden.

Eigentlich hätte der Grossanlass gemäss den Baselbieter Schwingern in Aesch BL durchgeführt werden sollen. Bauern, die ihr Land nicht zur Verfügung stellen wollten, machten den Schwingern aber einen Strich durch die Rechnung. Nun steht das Gebiet St. Jakob in Basel als Standort im Vordergrund, wie Vertreter der Schwingerverbände von Basel-Stadt und Baselland am Donnerstag vor den Medien bekannt gaben. Ein ESAF dort sei machbar.

Noch viele Abklärungen nötig

Ob das «Eidgenössische» in sechs Jahren tatsächlich in Basel ausgetragen werden kann, ist indes offen. Noch brauche es aber zahlreiche Abklärungen, hiess es. An einer Sitzung vom Donnerstag hätten sich aber Vertreter der Stadiongenossenschaft, des FC Basel, des Basler Stadtmarketings und der Sportämter beider Kantone für die Durchführung des Anlasses ausgesprochen.

Die grösste Herausforderung besteht laut den Schwingerverbänden darin, das Fussballstadion St. Jakob-Park für diesen Grossanlass zugesprochen zu bekommen. Der definitive Entscheid, ob das ESAF 2022 in Basel durchgeführt werden kann, soll im Verlauf des kommenden Frühlings fallen.

Grösstes Sportereignis der Schweiz


Die beiden Schwingerverbände wollen laut ihren Präsidenten alles unternehmen, um gemeinsam das übernächste Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in die Region Basel zu holen. Dieses Fest werde aber von den Dimensionen her nicht an das letzte ESAF in Estavayer im vergangenen August anknüpfen können. Dort fanden rund 50'000 Personen in der Schwingerarena Platz. In Basel wären es etwa 40'000.

Das «Eidgenössische» findet als grösstes Sportereignis der Schweiz alle drei Jahre statt. Den Entscheid über den Austragungsort 2022 fällen die Abgeordneten des Eidgenössischen Schwingerverbands im Frühling 2018. Schon 1977 fand das «Eidgenössische» im Gebiet St. Jakob statt. Für Basel 2022 kommt als Termin neben dem traditionellen letzten August- auch das erste Septemberwochende in Frage.

Standort Aesch «gestorben»

Laut dem Baselbieter Schwingerverband ist der bis vor kurzem vorgesehen Standort Aesch für das ESAF 2022 aus heutiger Sicht definitiv gestorben. Nicht nur wollten die betroffenen Bauern ihr Land nicht hergeben. Vielmehr wehrten sich auch Umweltorganisationen gegen den Grossevent mit sechsstelliger Besucherzahl.

Am Montag kam zudem eine Fachstelle des Kantons Baselland in einem Bericht zum Schluss, dass das in Aesch vorgesehene Festgelände aus ökologischer Sicht zu gross ist. Damit das ESAF für Boden, Landwirtschaft und Natur tragbar ist, müsste das Areal laut dem Landwirtschaftlichen Zentrums Ebenrain in Sissach BL halbiert werden.

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