2.08.2013 19:59
Quelle: schweizerbauer.ch - Kaspar Widmer
Schwingen
Sein Ziel: Ein Kranz am Eidgenössischen
Andi Ulrich hat an den letzten beiden Eidgenössischen Schwingfesten als erster Gersauer jeweils den Kranz gewonnen und will in einem Monat in Burgdorf seinen dritten gewinnen. Die Chancen dafür stehen gut.

Mit dem Gewinn von Kränzen an allen fünf Schwingfest-Teilnahmen in diesem Jahr ist Andi Ulrich aus Gersau für das Eidgenössische Schwingfest (Esaf) in Burgdorf als Innerschweizer Vertreter gesetzt.

Betreibt Kälbermast

Im letzten Jahr siegte Andi Ulrich am Rigi-Schwingen, gewann das Zuger Kantonale Schwingfest und auch das Allweg-Schwingen. An jedem Schwingfest gelang ihm der Gewinn eines Kranzes, und er beendete die Jahresrangliste auf Rang 4. «2010 mit dem Gewinn von sieben Kränzen und dem eidgenössischen Kranz in Frauenfeld war ein gutes Jahr. Wie auch das Jahr 2011 mit ebenfalls sieben Kränzen und dem Kranzgewinn am Unspunnen», resümiert Andi Ulrich die letzten Jahre. «Aber 2012 war meine absolut beste Saison.» Er habe immer gleich trainiert und hätte nie gedacht, ein Kranzfest zu gewinnen.

Fünf Strassenkilometer vom Dorfzentrum Gersau entfernt bewirtschaftet Andi Ulrich seit Anfang dieses Jahres die 17 Hektaren seines Landwirtschaftsbetriebs in der Bergzone 3. Die Aussicht vom auf 1000 Meter über Meer gelegenen Föhnenberg auf den Vierwaldstättersee und das gegenüberliegende Seelisberg ist atemberaubend. Zusammen mit seinem Vater wird Kälbermast auf Basis der eigenen Milchkühe betrieben. Daneben arbeitet der gelernte Forstwart bei der Unterallmeind-Korporation Arth.

Grösste Enttäuschung

Zum Schwingen gekommen ist Andi Ulrich 1996, als ihn als 11-Jähriger ein Schulkollege animierte. Seither trainiert und schwingt er beim Mythenverband. Mit 14 Jahren gelang sein erster Sieg an einem Schwingfest, mit 18 Jahren der erste Kranzgewinn beim Schwyzer Kantonalen und gleich der Gewinn dreier weiterer Kränze dazu.

Trotz grosser Hoffnungen gelang ihm im Folgejahr 2004 kein Kranzgewinn, und so konnte er am Eidgenössischen Schwingfest in Luzern nicht teilnehmen: «Dies war meine bisher grösste Enttäuschung im Schwingsport.» Der Kranzgewinn am Zuger Kantonalen 2005 war dann eine Erlösung: «So wusste ich, dass ich doch noch einen Kranz gewinnen kann.» Umso grösser war dann die Freude über die Qualifikation für das Unspunnenschwingen 2006.

Ersehnter Kranzgewinn

Die Qualifikation für das Eidgenössische 2007 in Aarau peilte Andi Ulrich in seiner ruhigen Art gezielt an. Nach dem knappen Verpassen des notwendigen Kranzgewinns am Zuger und Schwyzer Kantonalen gelang ihm dann auf dem Stoos endlich der ersehnte Kranzgewinn. Eine Woche später brach er sich beim Schlussgang auf der Seebodenalp eine Rippe, und so war sein nächster Gang beim Eidgenössischen.

Zum eigenen Erstaunen gelang Andi Ulrich nach einem guten Start der Gewinn des eidgenössischen Kranzes. Als erster Gersauer als eidgenössischer Kranzgewinner wurde er mit einem Trychlerumzug und einem Dorffest gefeiert. Nach weiteren guten Saisons 2008 und 2009 mit der Teilnahme am Kilchberger und sieben Kranzgewinnen 2010 wiederholte Andi Ulrich am letzten Eidgenössischen Schwingfest in Frauenfeld den Kranzgewinn.

Potenzial für Spitzenrang

Am Oberaargauischen Schwingfest war er dann der Erste, der Schwingerkönig Kilian Wenger nach seinem Sieg am Eidgenössischen bezwingen konnte. Das löste ein schweizweites Echo aus. «Ein besonderer Sieg ist mir auch gegen Matthias Sempach im selben Jahr 2011 gelungen, als ich ihn am Innerschweizerischen in Küssnacht bezwingen konnte und das ganze Stadion mit mehreren Tausend Zuschauern meinen Sieg feierte.»

«Die guten Resultate der letzten Jahre erhöhen die Erwartungen meiner Umgebung. Ich mache mir keinen Druck und bereite mich auch für das Eidgenössische in Burgdorf wie immer auf ein Schwingfest vor. Wenn alles super läuft und mit Glück ist alles möglich, aber das Ziel ist wiederum, einen Kranz zu gewinnen.» Bis zum Eidgenössischen sollte auch die Verletzung an seinem Finger wieder ausgeheilt sein, welche ihn zurzeit vom Schwingen abhält. Andi Ulrich wird allgemein attestiert, dass sein Potenzial für eine Spitzenrangierung vorhanden ist. «Meine Favoriten in Burgdorf sind die Berner», sagt der Kranzschwinger.

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