29.09.2020 15:14
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Klima
September mit Hitze und Schnee
Schönes Wetter mit sommerlichen Temperaturen hat ebenso zum September 2020 gehört wie winterliches Wetter mit Kälte, Schnee und Regen. Unter dem Strich gehört der zu Ende gehende Monat zu den milderen Septembermonaten.

Die Temperaturen lagen 1,6 Grad über der Norm der Jahre 1981 bis 2010, wie Meteoschweiz am Dienstag mitteilte. In der ersten Monatshälfte überwog das Sommerwetter mit Höchsttemperaturen von sommerlichen 25 Grad oder darüber. Örtlich gab es Hitzetage mit  Höchstwerten von mehr als 30 Grad.

Wenig Regen bis Mitte Monat 

Im Tessin wurden bis zu 16 Sommertage - in Locarno-Monti - registriert. In Genf und Basel waren es je 13. Mehr als 15 Tage mit 25 Grad oder mehr im September sind auf beiden Seiten der Alpen sehr selten, wie Meteoschweiz schreibt.

Regen gab es in der ersten Monatshälfte sehr wenig. Bis zum 23. September fielen lokal weniger als 5 Prozent der Niederschläge, die für September als Norm gelten. Im Aargau regnete es überhaupt nicht. Doch holte der September nach: Ein markanter Kaltluftvorstoss aus dem Nordatlantik brachte der Schweiz ab dem 25. September sehr kühle Verhältnisse begleitet von kräftigen Niederschlägen. Mit den kräftigen Niederschlägen stieg die Monatssumme verbreitet auf 30 bis 70 Prozent der Norm 1981−2010. Gebietsweise erreichten die Mengen im westlichen Mittelland und am westlichen Alpennordhang auch 80 bis 100 Prozent der Norm. 

Wintereinbruch

Die Tagesmitteltemperaturen erreichten vor allem im Alpenraum tiefe Werte, wie sie in dieser Jahreszeit nur selten beobachtet werden. Die Tagemitteltemperaturen am 26. September gehörten an vielen Stationen zu den fünf kältesten Messwerten der letzten Jahrzehnte.

In Nyon/Changins in der Waadt wurde am Sonntag - nur zehn Tage nach der ersten Tropennacht in einem September - mit 8,1 Grad auch noch die niedrigste Tageshöchsttemperatur seit 1965 registriert. Die Schneefallgrenze sank in den Alpen auf rund 1000 m, lokal in starken Niederschlägen wie z.B. in Nordbünden auch bis auf 700 m.  In den höheren Regionen der Alpen erreichten die Neuschneesummen verbreitet zwischen 10 und 30 cm. Im Glarnerland, in Teilen Nordbündens sowie am westlichen Alpennordhang fielen sogar rund 40 - 60 cm Schnee.

Späte Herbstverfärbung

Weil der September am Monatsanfang noch sehr warm war, ist im Vergleich zu anderen Jahren noch weniger buntes Herbstlaub zu sehen, wie Meteoschweiz festhält. Im Mittel beginn das Laub sich ab Anfang Oktober grossflächig zu verfärben. Am frühesten verfärben sich jeweils die Vogelbeeren, häufig schon im September. Im aktuellen Jahr wurden erst ganz wenige Blattverfärbungen der Vogelbeere beobachtet. 

Dank den sehr sonnigen ersten zwei Dritteln des Monats hat die Sonnenscheindauer bereits wenige Tage vor Monatsende die im September üblichen Werte erreicht oder überschritten. Nur einige wenige Alpenregionen wie das Südwallis und das Oberengadin haben die Norm von 1981-2010 noch nicht erreicht. 

Der September zeigt in den letzten 90 Jahren nur eine geringe Erwärmung. Von der Normperiode 1931−1960 bis zum 30-jährigen Mittel 1990−2019 ist die Septembertemperatur im landesweiten Mittel nur um 0,5 °C angestiegen.

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