26.07.2016 10:57
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Schwyz
Sintflutartige Niederschläge
Heftige Gewitter sind in der Nacht auf Dienstag über die Schweiz gezogen. In der Linthebene fielen innerhalb von knapp zwei Stunden mehr als 44 Liter Regen pro Quadratmeter. Im Kanton Schwyz musste die Feuerwehr über hundert Mal ausrücken.

Eine Gewitterzelle war am späten Montagabend über Schaffhausen und Winterthur Richtung Linthebene gezogen. Dort habe es «riesige Regenmengen» gegeben, teilte SRF Meteo mit. Weil die Gewitter teils kaum vom Fleck kamen, fiel der Regen lokal allerdings sehr unterschiedlich aus.

Dorfkern unter Wasser

Im glarnerischen Bilten, am östlichen Rand der Linthebene, fiel nur 1 Liter Regen pro Quadratmeter. An der Messstation Doggen-Benken waren es hingegen innerhalb von knapp zwei Stunden mehr als 44 Liter. Gemäss Schätzungen von SRF Meteo dürften im Raum Schindellegi - weniger als 25 Kilometer Luftline von Bilten entfernt - gar deutlich über 50 Liter Regen niedergegangen sein.

Wegen des heftigen Regens standen die Feuerwehren im Kanton Schwyz in der Nacht auf Dienstag im Grosseinsatz. Meldungen über Verletzte gab es bisher nicht. In Pfäffikon SZ standen der Dorfkern und die Bahnhofsumgebung unter Wasser. Insgesamt seien zwischen Mitternacht und sechs Uhr am Morgen über 200 Notrufe eingegangen, teilte die Kantonspolizei Schwyz mit. Diese hätten bereits zu über 100 Einsätzen geführt und es gingen weitere Notrufe ein.

Bis 60 Liter pro Quadratmeter

Besonders betroffen war der Bezirk Höfe westlich der Linthebene, in dem fast alle Ortschaften von Hochwasser betroffen waren. Viele Meldungen betrafen überflutete Strassen, Keller und Garagen. In Wollerau und Schindellegi gingen Erdrutsche nieder, wegen denen laut Polizei auch mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen ist.

In anderen Teilen der Schweiz regnete es ebenfalls stellenweise kräftig, Meldungen über Schäden gab es jedoch bisher nicht. Auf dem Zürichberg wurden innert 24 Stunden 60 Liter Regen pro Quadratmeter verzeichnet. In Thun waren es laut MeteoNews 39 Liter und in Stachen bei Arbon TG 36 Liter.

Weitere Gewitter erwartet

Auch am Dienstag und Mittwoch muss laut Meteorologen mit Gewittern und starkem Regen gerechnet werden. Weil der Höhenwind derzeit nur schwach ist, regnen sich die Gewitterzellen über lange Zeit am selben Ort aus.

Zusammen mit der oft hohen Niederschlagsintensität kann es zu kleinräumigen Überschwemmungen und Hangrutschungen kommen. Dabei entscheiden mitunter ein paar hundert Meter hin oder her über sintflutartigen Regen oder trockene Verhältnisse.

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