Freitag, 7. Oktober 2022
17.08.2022 06:00
Klima

Sommer 2022 zweitheissester seit Messbeginn

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Von: sda

Der Sommer 2022 wird aller Voraussicht nach der zweitheisseste seit Beginn der Messungen im Jahr 1864. Im landesweiten Mittel dürfte die Sommertemperatur für die Monate Juni bis August laut Meteoschweiz mehr als 2 Grad über der Norm der Jahre 1991 bis 2020 liegen.

Der meteorologische Sommer 2022 mische damit ganz vorne mit, schrieb Stephan Bader, Klimatologe bei Meteoschweiz, dem Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtengagentur Keystone-SDA.

Meteoschweiz stützte sich dabei auf die bisherigen Messdaten sowie die verfügbaren Prognosen bis Ende August. Nur der legendäre Hitzesommer 2003 brachte demnach mit drei Grad über der Norm noch mehr Wärme. Bemerkenswert auch: Der Rang zwei bei der Sommertemperatur zeichnet sich gemäss Bader in allen Regionen der Schweiz ab.

Drei Hitzeperioden

Meteoschweiz verwies insbesondere auf drei Hitzeperioden: Die erste setzte im Mitte Juni ein, Spitzenreiter bei den gemessenen Temperaturen waren dabei der Nordrand der Schweiz sowie die Regionen Neuenburg und Sitten mit jeweils über 36 Grad. Die höchste gemessene Temperatur gab es in Beznau im Aargau mit 36,9 Grad.

Die Hitzeperiode Anfang Juni sei auffallend früh gekommen, so Bader. Die gemessene hohe Dreitageshitze zu einem so frühen Zeitpunkt im Jahr sei seltener als alle 25 Jahre zu erwarten. Abgesehen vom frühen Zeitpunkt habe die Juni-Hitzeperiode jedoch nichts Einmaliges dargestellt, relativierte der Klimatologe. Weit intensivere und länger andauernde Hitze habe es in der Schweiz zum Beispiel in den Jahren 2015, 2003, 1983 oder 1947 gegeben.

Ungewöhnlich lange Dauer

Die zweite ausgeprägte Hitzeperiode folgte gegen Mitte Juli. Was sie aussergewöhnlich machte, war laut Meteoschweiz ihre Dauer – sie hielt vom 14. bis zum 26. Juli an. Damit habe sie zu den längsten Hitzeperioden gehört, die in der Schweiz je gemessen worden seien. Eine vergleichbar anhaltende Hitze gab es bisher nur im Juli 2015 und im August 2003. Es seien jedoch nur sehr wenige neue Hitzerekorde gemessen worden, hob Bader hervor.

Besonders stark waren die West- und Südschweiz betroffen. Der 19. Juli war demnach für weite Teile der Alpennordseite der heisseste Tag des Monats. Vielerorts stiegen nördlich der Alpen und im Wallis die Tageshöchstwerte auf 33 bis 35 Grad, an einigen Orten sogar auf 36 Grad und mehr. Auf der Alpensüdseite lagen die höchsten Werte zwischen 33 und 34,5 Grad.

Bisheriger Jahresrekord in Genf

Auf den Augustbeginn habe die dritte Hitzeperiode eingesetzt, schrieb Meteoschweiz weiter. Genf meldete am 4. August mit 38,3 Grad den bislang höchsten Wert des Schweizer Sommers 2022. Zum Vergleich: Der absolut höchste je gemessene Wert auf der Alpennordseite stammt ebenfalls aus Genf. Er lag bei 39,7 Grad und datiert vom Juli 2015. Den absoluten Schweizer Rekord hält das bündnerische Grono auf der Alpensüdseite mit 40,5 Grad. Erreicht wurde der Wert am 11. August 2003.

Die Phase der ganz hohen Temperaturwerte habe auf der Alpennordseite am 5. August geendet, im Süden am 6. August, hiess es weiter. Hitzetage mit 30 Grad oder mehr stellten sich allerdings beidseits der Alpen auch anschliessend noch ein.

Regen war vielerorts Mangelware.
Naoki Nihimura

Viele Hitzetage

In Genf wurden den Angaben zufolge bis am Montag 38 Hitzetage registriert. Dies ist die zweithöchste Anzahl seit Messbeginn 1864. Der Rekord stammt vom Hitzesommer 2003 mit 50 Hitzetagen.

Lugano meldete mit 35 ebenfalls die zweithöchste Anzahl an Hitzetagen. Der Hitzesommer 2003 lieferte hier 47 Hitzetage.

Sommer sehr regenarm

Unsicherheiten bestehen noch, was die Sommer-Bilanz beim Regen angeht: Nach derzeitigem Stand liegt der diesjährige Sommer auf Rang drei der regenärmsten seit Messbeginn, wie Bader erläuterte. Allerdings seien dabei die Niederschläge bis Ende August nicht eingerechnet, gab der Klimatologe zu bedenken. Da um diese Jahreszeit Gewitter häufig seien, seien die Prognosen sehr unsicher.

Die Regenarmut sei vor allem im Juli ausgeprägt gewesen, so Bader. In einigen Gebieten seien die Monatsmengen unter 30 Prozent der langjährigen Norm gelegen, lokal hätten sie sogar weniger als 10 Prozent betragen.

Im Waadtländer Jura war es demnach verbreitet der niederschlagsärmste Juli seit über 50 Jahren. Auf der Alpensüdseite bewegten sich die Juli-Summen meist zwischen 40 und 70 Prozent der Norm. Ein weniger dramatisches Bild zeigt sich in den Ostalpen: Diese erhielten verbreitet 70 bis 80 Prozent, lokal auch 90 Prozent der aufgrund der Norm zu erwartenden Regenmenge.

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12 Responses

  1. Wollte man seriöse Vergleiche machen, sollte man die Themparaturen von 2000 vor Christus bis 1864 auch einbeziehen.
    Weltuntergang- Panikmache geht weiter!
    Es gab schon immer wärmere und kältere Zyklen!

      1. Der „gesunde Menschenverstand“ fordert berechtigterweise, dass auch das Klima vor 1864 berücksichtigt wird (um 1200 war Grönland grün!).
        Ueli Nebiker antwortet darauf mit einer Beleidigung („kein gesunder Menschenverstand“), ohne Begründung.
        Der „Luzerner Bauer“ doppelt nach und bringt das abgedroschene und irrelevante „flache Erde“-Thema
        und „Dont look up“ bezweifelt, ob der Mensch Verstand hat und verweist auf die „Wissenschaft“.
        Ich bevorzuge den Kommentar des „Gesunden Menschenverstandes“

    1. Es ist gesund zu fragen, warum nur das Klima seit Ende der kleinen Eiszeit (ca. 1864) berücksichtigt wird.
      Nur mit „gesunden“ Fragen kommt man der Wahrheits-Verdrehung auf die Spur!
      Gibt es (ausser den bezahlten Redaktoren und den „Meinungsmacher) Leser und Kommentatoren, die die Massenhysterien (Klimawahn, Weltuntergangsszenarien, …) aufrechterhalten wollen? Warum?
      „Die Wahrheit wird euch frei machen!“

  2. „Gesunder Menschenverstand“ (hat der Mensch Verstand?) versus Wissenschaft und Forschung : mit der Physik und Natur werden wir nicht verhandeln können

    1. Wissenschaft und Forschung verdient nur diesen Namen, wenn sie wirklich ergebnisoffen forscht und nicht, wie heutzutage üblich, Ideologien verbreitet und zementiert und durch Zensur und Ausschluss jede alternative Sicht und Forschung verunmöglicht.
      Die sog. „Wissenschaft“ dient heute vor allem den Herrschenden zur Zementierung ihrer Herrschaft und der Unterdrückung der Menschen, der Wahrheit und der Meinungen.

        1. Jakob Bohnenblust, ist es unbequem für dich, nicht immer die politisch korrekte oder deine vorgefasste Meinung in den Kommentarspalten zu lesen?
          Mit Leuten wie dich kann Demokratie, Austausch und Fortschritt nicht funktionieren.
          Leider sind etwa 90 % der Leute so wie du. Das wird uns die erkämpften Freiheiten kosten.

          1. Wenn du dich auf die Demokratie berufts, wirst du wohl oder übel mit der Mehrheit von 90 % arrangieren müssen. Wenn nicht, musst du in eine Diktatur wechseln, aber nur eine solche, die deine Meinung vertritt.

          2. Ach, Bohnenbluest, im Gegensatz zu dir bin ich eben für Meinungsfreiheit.
            Demokratie ist nur möglich, wenn die Menschen Selbstverantwortung, Interesse und ausgewogene Informationen haben.
            Die Medien liefern uns einen Einheitsbrei an Narrativen und „unumstösslichen“ Dogmen, die die Ausübung wahrer Demokratie verunmöglichen.
            Die Medien sind in den Händen weniger

  3. Wissenschaftler und Forscher haben sich schon sehr oft getäuscht.
    In den 1970 er Jshren wurde von diesen gescheiten Leuten gesagt, wir gehen einer Eiszeit entgegen….

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