29.04.2016 07:12
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Aargau
Sondermülldeponie: Kontaminierter Felsen entsorgt
Nach dem Deponieinhalt ist in der ehemaligen Sondermülldeponie Kölliken AG (SMDK) auch der verschmutzte Teil des Felsgrundes abgetragen worden. Bei einigen tiefliegenden Belastungen ist allerdings ein konventioneller Aushub nicht mehr möglich.

Nach der Räumung der Deponie, die im Sommer abgeschlossen war, musste auch ein Teil des Felsens abgetragen werden, wie die SMDK Ende Jahr mitgeteilt hatte. Untersuchungen hatten ergeben, dass die Sohle der Deponie tiefer als gedacht verschmutzt war.

Restverschmutzungen bleiben

Die sogenannten Hotspots wurden nun lokal bis zu 7,5 Meter unter die ehemalige Grubensohle ausgehoben, wie die SMDK am Donnerstag mitteilte. Vom Felsmaterial seien wie von den Abfällen Proben genommen und analysiert worden. Darauf wurde das Material entsprechend der Belastung fachgerecht entsorgt. Insgesamt wurden 46'000 Tonnen Felsmaterial ausgehoben.

Allerdings sind damit nicht alle Verschmutzungen abgetragen. Im Westen der ehemaligen Deponie ergaben Kontrollbohrungen noch geringe Belastungen bis in eine Tiefe von 10 Meter unter die ehemalige Grubensohle. Ein konventioneller Aushub mittels Bagger ist laut SMDK nicht möglich. Das könnte die Hallen- und Hangstabilität gefährden.


Mit Wasser berieseln

Zur Beschleunigung des natürlichen Auswaschprozesses der Restkontaminationen wird die Deponieoberfläche während der nächsten Monate mit Wasser berieselt, wie es weiter hiess. Das versickernde Wasser soll die Restverschmutzungen und Gerüche, die am Fels haften, lösen. Das versickerte Wasser wird schliesslich in einem Drainagebrunnen aufgefangen und in der SMDK-Kläranlage gereinigt.

Der Sanierungsplan sieht vor, die Hallen 2018 und 2019 abzureissen. Falls sich danach die Sickerwasserqualität nicht im angestrebten Bereich befinde, müssten andere Sanierungsverfahren wie ein Aushub mit Grosslochbohrungen zur Anwendung kommen.

Sanierung auf Kurs

Insgesamt bezeichnet die SMDK die Sanierung auf Kurs - sowohl fachlich/technisch als auch finanziell. Provisorische Berechnungen und Bilanzierungen haben laut der Mitteilung ergeben, dass über 99 Prozent der wichtigsten schädlichen Substanzen entfernt und korrekt entsorgt werden konnten. Der Kanton Aargau hatte mindestens 95 Prozent vorgegeben.

Im Jahr 2017 soll die Deponie nun teilweise mit sauberem Ausbruchmaterial aus dem Eppenbergtunnel aufgefüllt werden. Im Jahr 2018 und 2019 soll der Abbruch der Hallen erfolgen. Danach wird die SMDK laut der Mitteilung das Grundwassermonitoring sowie der Betrieb der Abschirmung Süd solange aufrechterhalten, wie dies zum Schutz des Grundwassers und der Umwelt nötig sein wird.

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