13.07.2014 15:58
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Unwetter
Starker Regen: Erdrutsche und Überflutungen
Die heftigen Niederschläge vom Wochenende haben in mehreren Kantonen zu Erdrutschen und Überflutungen geführt. Etliche Strassen und Bahnlinien waren unterbrochen. In der Berner Gemeinde Köniz ist eine Frau ums Leben gekommen.

Die 82-Jährige wurde am späten Samstagabend tot in einem kleinen Bach gefunden. Die genauen Umstände des Todesfalls und die Todesursache werden untersucht, wie die Regionale Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland und die Kantonspolizei mitteilten.

Am Samstagabend ist zudem in Bilten GL ein 66-jähriger Mann tot aus einer mit Wasser vollgelaufenen Baugrube geborgen worden. Vorerst war unklar, wie der Mann ums Leben kam und ob der Todesfall im Zusammenhang mit dem Unwetter stand.

Strecke Bern-Freiburg bleibt gesperrt

In den Kantonen Freiburg, Waadt und Luzern haben Erdrutsche Strassen und Eisenbahnlinien verschüttet. Betroffen ist auch die wichtige Bahnverbindung zwischen Bern und Freiburg, die voraussichtlich bis Montagabend gesperrt bleibt.

Im Kanton Freiburg gerieten gleich mehrere grössere Hänge ins Rutschen: Bei Bürglen wurden am Freitagabend rund 30 Bäume umgerissen. Und in Alterswil ereignete sich ein Erdrutsch ausgerechnet an jener Stelle, wo das Freilichttheater «Falli Hölli» aufgeführt wird - das Stück thematisiert einen gewaltigen Hangrutsch von 1994.

Wegen eines drohenden Erdrutschs mussten in Schänis im Kanton St. Gallen in der Nacht auf Samstag zudem fünf Personen aus einem Wohnhaus evakuiert werden.

Überflutete Keller

Vielerorts wurden Keller geflutet, in mehreren Kantonen standen Bahnlinien und Strassen unter Wasser. So musste etwa die Autobahn A12 bei Flamatt FR am Samstagabend für sechs Stunden geschlossen werden, weil das Wasser nicht mehr abfliessen konnte.

In Mittelhäusern im Kanton Bern wurden die Gleise der S-Bahn weggespült. Die Linie Niederscherli-Schwarzburg bleibt voraussichtlich bis Mittwoch unterbrochen.

Gefahrenstufe erhöht

Für den Bielersee sowie die Aare unterhalb des Thunersees gilt seit Sonntag die Gefahrenstufe 3 (erheblich), wie der Hochwasserwarnkarte des Bundesamts für Umwelt zu entnehmen ist. Eine mässige Hochwassergefahr (Stufe 2) gilt weiterhin für den Luganersee, den Brienzer-, Vierwaldstätter-, Neuenburger- und Thunersee sowie teilweise für die Aare, die Reuss und den Rhein.

In der Stadt Bern baute die Feuerwehr am Samstag Sperrelemente ein, da die Aare bereits einen kritischen Pegelstand erreicht hatte. Das gefährdete Mattequartier blieb in der Nacht auf Sonntag von Überschwemmungen verschont. Die Situation bleibe aber «prekär», sagte ein Sprecher der Berner Berufsfeuerwehr auf Anfrage.

Keine Rekordmengen

Die stärksten Niederschläge wurden zwischen Samstagmittag und Sonntagmorgen verzeichnet, sagte Alexander Giordano von MeteoSchweiz auf Anfrage. Vor allem an zwei Hotspots habe es kräftig geregnet: Erstens vom Greyerzerland über Bern bis Köniz und Thun und zweitens im Raum Frauenfeld und Winterthur. Am Vortag sei vor allem in Schänis und Weesen im Kanton St. Gallen viel Regen gefallen.

Der Maximalwert wurde mit 76 Liter pro Quadratmeter in Räterschen bei Winterthur gemessen. Rekordverdächtig sind die am Wochenende gefallenen Regenmengen gemäss Giordano bei weitem nicht.

Sommer kehrt zurück

«Weil es aber die ganze Woche geregnet hatte, sind die Böden bereits gesättigt und die Wasserstände hoch. Darum kam es vielerorts zu Hangrutschen oder Überflutungen.» Gemäss einer Mitteilung von SRF Meteo gab es in den ersten beiden Juliwochen so viel Regen wie normalerweise im ganzen Monat. 

Entwarnung gibt es noch keine. Auf Montag erwartete die Schweiz eine weitere Regenfront. Danach meldet sich der Sommer zurück. Ab Dienstag ist mit drei bis vier trockenen Tagen zu rechnen, sagte der Meteorologe.

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