2.05.2015 10:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Hochwasser
Starkregen führt zu Überschwemmungen
Der starke Dauerregen hat in der Schweiz an mehreren Orten Bäche über die Ufer treten lassen. Im Kanton Solothurn gingen bei der Polizei über 160 Meldungen ein. In Genf stieg die Arve auf ein beunruhigendes Niveau an.

Die Durchflussmenge der Arve betrug am Samstagmorgen 865 Kubikmeter pro Sekunde - so viel wie noch nie seit Messbeginn 1935, wie François Pasquini von den Genfer Behörden sagte. Normalerweise sind es lediglich 77 Kubikmeter pro Sekunde. An einigen Stellen trat die Arve bereits über die Ufer, rund 50 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Polizei empfahl den Fussgängern, das Flussufer zu meiden.

Hochwasser im Kanton Solothurn

Der stundenlange Regen hielt auch im Kanton Solothurn die Feuerwehren auf Trab. Bei der Alarmzentrale der Solothurner Kantonspolizei gingen rund 160 Meldungen ein. Am stärksten betroffen war der westliche Kantonsteil.

In vielen Fällen musste die Feuerwehr ausrücken, weil Wasser in Gebäude eingetreten war. Vereinzelt seien auch Strassenabschnitte kurzzeitig überflutet worden, teilte die Solothurner Kantonspolizei am Samstag mit. Auch seien teilweise kleine Fliessgewässer über die Ufer getreten. Die entstandenen Schäden liessen sich noch nicht beziffern.

Über 100 Liter Regen

An mehreren Orten sind innert gut 24 Stunden über 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Spitzenreiter ist La Dôle im Kanton Waadt mit 130 Liter, wie Meteonews mitteilte. In Grenchen SO schüttete es 110 Liter, in La Neuveville BE waren es 109. Auch in Sarnen OW, Biel BE, Wynau BE und Solothurn fielen bis am Samstagmorgen rund 100 Liter Regen pro Quadratmeter.

Der Samstag verschafft der verregneten Schweiz eine Verschnaufpause. Laut MeteoSchweiz wird überall trockenes und vorübergehend recht sonniges Wetter erwartet. In der Nacht auf Sonntag wird aber erneut Regen erwartet.

Mehr Wetterinfos finden Sie hier

Häuser in Walliser Dorf St-Gingolph beschädigt

Der intensive Dauerregen hat das Wallis besonders stark getroffen. In St-Gingolph VS trat in der Nacht die Morge über die Ufer und überschwemmte mehrere Strassen des Ortes. Mehrere Häuser in St-Gingolph seien beschädigt worden, sagte ein Keystone-Fotograf vor Ort am Samstagmorgen. Die Wassermassen hätten Schlamm und Schutt auf die Strassen gespült.

Heikel war die Lage am Samstagmorgen auch zwischen Troistorrents VS und Val-d'Illiez VS. Wegen eines drohenden Erdrutsches musste die Strasse zwischen den beiden Orten gesperrt werden. Ein Haus in der Gefahrenzone musste evakuiert werden.

In Monthey VS normalisierte sich die Lage hingegen. Die rund 300 Personen, die am Freitagabend ihre Häuser entlang der Vièze verlassen mussten, konnten am Samstagmorgen wieder zurückkehren, wie die Behörden mitteilten. Der höchste Pegelstand war um 3 Uhr erreicht worden. Die Bahnstrecke zwischen Massongex und Monthey, die am Freitagabend gesperrt worden war, konnte am Samstagmorgen wieder befahren werden.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE