13.08.2019 18:39
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wetter
Starkregen und Luftbrücke
Das Wallis und das Bündnerland erholen sich langsam von den Folgen des Starkregens am Sonntag und Montag. Das Averstal in Graubünden bleibt für Tage von der Umwelt abgeschnitten. Die zunächst verschüttete Strasse im Mattertal VS ist wieder offen.

Auf der Suche nach zwei Vermissten in Chamoson VS bat die Polizei am Dienstag um Hinweise, die beim Auffinden helfen können. Die Suche nach einer 6-jährigen französischen Touristin und einem 37-jährigen Genfer war am Dienstagmorgen wieder aufgenommen worden.

Die Chancen, die beiden Personen lebend zu finden, sind laut Rettungschef Benoît Dorsaz «gleich Null». Sie wurden am Sonntagabend in einem Auto von einer Flutwelle mitgerissen, als der Fluss Losentze beim Weiler Le Châtelard nach einem heftigen Gewitter in den Bergen über die Ufer trat. Die Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung zum genauen Hergang des Unglücks eingeleitet.

Zermatt rund 16 Stunden nicht erreichbar

Derweil konnte die am Montagabend nach einem Steinschlag zwischen Herbriggen und Randa VS unterbrochene Kantonsstrasse im Mattertal am Dienstagmorgen um 11 Uhr wieder für den Verkehr geöffnet werden. Zermatt war solange weder auf Strasse noch Schiene erreichbar.

Im Verlauf des Nachmittags war auch die Bahnstrecke der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGBahn) zwischen Herbriggen und Randa wieder befahrbar, nachdem die Schäden an Geleisen und Fahrleitung behoben waren. Verletzt wurde beim Steinschlag niemand. Nach einem Erdrutsch weiterhin für den Verkehr gesperrt bleibt die Strasse zwischen Ulrichen VS und dem Nufenenpass. Die Sperrung dürfte noch mehrere Tage dauern.

Averstal von Aussenwelt abgeschnitten

In Avers GR bleibt die Kantonsstrasse zwischen Innerferrera und Campsut für mehrere Tage gesperrt. Das Averstal und Juf in der Region Viamala bleiben solange von der Aussenwelt abgeschnitten. Am Montagnachmittag hatte ein Erdrutsch die Verbindung verschüttet. Der Kanton versucht nun, eine Luftbrücke einzurichten.

In regionalen Medien veröffentlichte Bilder zeigen Fotos mit grossen Felsbrocken auf der Fahrbahn, die eine Stützmauer teilweise zerstört haben. Die Räumungsarbeiten werden laut dem Tiefbauamt des Kantons Graubünden mehrere Tage dauern. Laut Webseite der Gemeinde gibt es inzwischen eine «Umgehung für trittsichere Wanderer». Auch das Val S-Charl bei Scuol im Unterengadin war am seit Dienstag nach einem Murgang von der Aussenwelt abgeschnitten.

141 Millimeter Regen in Robiei TI

Seit Sonntagabend sind insbesondere im Süden der Schweiz zum Teil grosse Mengen Regen niedergegangen. Am meisten Regen fiel laut Angaben des Wetterdienstes Meteoschweiz vom Dienstag mit 141 Litern pro Quadratmeter in Robiei im Nordtessin. In Biasca und Airolo waren es 135 beziehungsweise 133 Liter.

Nördlich der Alpen war vor allem der Kanton Graubünden von grossen Regenmengen betroffen. Auffällig waren die grossen regionalen Unterschiede: so wurden in Stabio im Südtessin nur 0,5 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Das viele Wasser führte örtlich zu Erdrutschen, Steinschlägen und hochgehenden Bächen. In den kommenden Tagen dürfte sich die Lage entspannen, die Schweiz bleibt gemäss den Prognosen von Regen weitgehend verschont.

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