28.07.2017 11:51
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Aargau
Streit um Wiese - Keine Bundesfeier
Im aargauischen Leimbach herrscht derzeit dicke Luft. Ein Landwirt wollte für das zur Verfügung gestellte Land ein Gratisbier. Die Gemeinde will dem Wunsch nicht entsprechen. Die Bundesfeier fällt daher ins Wasser.

Am kommenden Dienstag wird in vielen Gemeinden der Schweiz eine Bundesfeier durchgeführt. Am Nationalfeiertag wird anschliessend zusammen gegessen, getrunken und gefeiert. Nicht so in der kleinen Gemeinde Leimbach bei Reinach im oberen Wynental. Hier wird keine Feier stattfinden.

Symbolische Zuwendung

Bis anhin stellte ein Landwirt die Schlössliwiese für die Bundesfeier zur Verfügung. Vor dem Fest mähte er jeweils die gepachtete Wiese. Zwei bis drei Personen halfen ihm beim Emd einfahren. Die Arbeiten nahmen insgesamt rund zwei Stunden in Anspruch.

In diesem Jahr nun verlangte er von der Gemeinde ein Gratisbier für sie sich und seine Helfer. Man habe es als selbstverständlich hingenommen, dass er Jahr für Jahr die Wiese hergebe und mähe, sagt der Landwirt in der Freitagsausgabe des «Blick». Danke gesagt habe ihm nie jemand. Da sei es auch nicht falsch, einmal eine symbolische Zuwendung zu verlangen.

Geht aus Prinzip nicht

Das sieht der Gemeinderat aber gar nicht so. Ein Gratisbier komme nicht infrage. «Das Fest ist bislang selbsttragend gewesen. Es gibt im Gemeindebudget keinen Posten für die Bundesfeier», macht Gemeindeammann Janine Murer gegenüber dem «Blick» klar. Die Freude am Fest sei verflogen, als der Gemeinderat von der Gegenleistung erfahren habe.

Bisher habe die Organisation auf ehrenamtlicher Arbeit basiert. «Vom OK hat noch nie jemand die hohle Hand gemacht, obwohl viele Stunden in die Vorbereitung der Feier investiert wurden», so Murer. Die Gemeinde hätte genügend Geld, um den Bauern zu entschädigen. «Aber das geht aus Prinzip nicht», fährt sie fort.

Kleiner Beitrag würde ausreichen

Das Bauernpaar äussert sich im Dorfblatt zum Streit. «Wir entschuldigen uns bei der Bevölkerung von Leimbach, dass wir so unverschämt sind und die Bundesfeier wegen uns nicht stattfinden kann!», heisst es dort in ironischem Unterton. «Mit einem kleinen Beitrag aus der Gemeindekasse oder moderat höheren Getränkepreisen wäre ein kleines Dankeschön für alle ehrenamtlichen Helfer möglich», ist der Bauer überzeugt. In andern Gemeinden gebe es grosse Feuerwerke, Gratiswurst, Gratisapéro oder teure Redner. «Das alles wollen wir ja nicht.»

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