12.01.2019 16:34
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Norwegen
Strengere Auflagen bei Wasserentnahme
Dänemark verschärft den Schutz des Grundwassers vor dem Eintrag von Pflanzenschutzmittelresten.

Landwirtschaftsminister Jakob Ellemann-Jensen stellte vergangene Woche ein Massnahmenpaket vor, das auch mögliche Spritzverbote in der Nähe von Brunnen zur Trinkwassergewinnung vorsieht. Betroffen von der Regelung sind landesweit etwa 5 500 Brunnen und eine Fläche von insgesamt 22 000 ha an Acker und Grünland.

Laut der von einer breiten politischen Mehrheit im Kopenhagener Parlament getragenen Vereinbarung sollen die Kommunen in den nächsten drei Jahren Massnahmen zur weitgehenden Vermeidung des Einsatzes von chemischen Pflanzenschutzmitteln in den Einzugsgebieten der Trinkwasserstellen prüfen.

Mögliche Optionen sind der Kauf der dortigen landwirtschaftlichen Nutzflächen durch die Gemeinde oder die Verhängung lokaler Spritzverbote, wobei die Landwirte in die Entscheidung einbezogen werden sollen. Sofern der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln untersagt wird, sieht die Regelung die vollständige Entschädigung möglicher Ertrags- oder Qualitätsausfälle auf den betroffenen Flächen zu Marktbedingungen vor.

Die Finanzierung soll durch eine Umlage auf der Wasserrechnung erfolgen. Darüber hinaus wird der Verkauf von konzentrierten Pflanzenschutzmitteln für nichtgewerbliche Zwecke untersagt. Der Dachverband der dänischen Land- & Ernährungswirtschaft (L&F) unterstützt den Plan.

Verbandschef Martin Merrild begrüsste insbesondere den Ansatz, dass die Kommunen gemeinsam mit den Landwirten an freiwilligen Möglichkeiten zur Vermeidung von Spritzmitteleinträgen ins Grundwasser arbeiten sollen. Auf Zustimmung stösst bei ihm auch die Entschädigung etwaiger durch Spritzverbote entstehender wirtschaftlicher Einbussen.

Merrild erneuerte gleichwohl seine Kritik an der dänischen Pestizidsteuer, die den Sektor nach seiner Darstellung mit umgerechnet 80 Millionen Euro (90,1 Millionen Schweizer Franken) pro Jahr belastet, ohne dass Umwelt oder Verbraucher davon profitierten. 

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