11.09.2018 09:51
Quelle: schweizerbauer.ch - jul
SwissSkills
SwissSkills: «Unser Team ist bereit»
Landwirt Beat Lehmann aus Zollbrück BE bereitet SwissSkills-Teilnehmer auf die Berufsmeisterschaft vor.

«Schweizer Bauer»: Sie sind Coach und Ansprechperson für die sechs Kandidaten und für die Kandidatin, die aus dem Kanton Bern an den Berufsmeisterschaften SwissSkills als Landwirte/-in antreten. Wie sind Sie zu dieser Aufgabe gekommen?
Beat Lehmann: Ich bin Landwirt und habe bereits über 30 Lehrlinge auf meinem Betrieb ausgebildet. Ich führe einen gemischten Landwirtschaftsbetrieb mit Milchwirtschaft, Munimast und Saatkartoffeln. Als mich Karin Oesch von der Abteilung Bildung des  Berner Bauernverbands gefragt hat, ob ich diese Aufgabe übernehmen wolle, sagte ich ohne lang zu zögern zu.

Warum?
Mich reizt die Zusammenarbeit mit den jungen Menschen. Zudem ist die Aufgabe zeitlich beschränkt. Nächste Woche sind die SwissSkills vorbei und damit auch mein Engagement. Karin Oesch und Vanessa Aeberhard vom Berner Bauernverband haben mich zudem sehr unterstützt.

Was bringen Sie den jungen Menschen bei?
Insgesamt werden die  Kandidaten und die Kandidatin an den SwissSkills in folgenden Bereichen geprüft: Pflanzenbau, Tierhaltung, Mechanisierung und Arbeitsumfeld. Wir haben also Pflanzen, Schädlinge und Nützlinge angeschaut, ich habe organisiert, dass wir auf einen anderen Betrieb gehen konnten, um dort mit dem gleichen Sämaschinen-Modell, wie es an den SwissSkills benutzt wird, das Sämaschinen-Abdrehen zu üben. Und die jungen Leute lernten, wie man einen Frontlader anhängt. Wir schauten zudem die richtigen Abläufe beim Melken an und wie man Tiere bewertet (CH-TAX). Die Kandidaten, die ins Final kommen, lernen bevor sie antreten, wie man einen Marktstand aufbaut und eine Düngungsplanung berechnet. 

Wie oft haben Sie diese Trainings durchgeführt? 
Wir haben uns insgesamt an vier Abenden für ein paar Stunden getroffen. Die jungen Menschen sind alle berufstätig und haben diese Kurse in ihrer Freizeit besucht.

Bringen Sie den jungen Menschen nebst dem Fachlichen auch Strategien dazu bei, wie sie sich in Stresssituationen verhalten sollen?
Ja, die Kandidaten haben ein mentales Training bekommen, das Karin Oesch organisiert hat. Es ging darum, unter Stress konzentriert zu arbeiten. Und darum, sich nicht beirren zu lassen, wenn etwas schiefläuft.

Wie sollen sich die Kandidaten verhalten, wenn etwas schiefläuft?
Nehmen wir als Beispiel die Disziplin Pflanzenbau. Dort müssen die Kandidaten unter anderem Pflanzen erkennen. Insgesamt können sie so hundert Punkte holen. Wenn sie ein paar Pflanzen nicht erkennen, sollen sie einfach weitermachen und am Schluss noch einmal darauf zurückkommen. Vielleicht fällt ihnen dann ein, worum es sich handelt. Und selbst, wenn sie nicht so viel wissen, wie sie erwartet haben, können sie sich sagen, dass es ihrer Konkurrenz vielleicht in einer anderen Disziplin nicht gut lief und ihnen schon. Zudem haben wir ein Götti-System eingerichtet. Jeder Kandidat kann eine Person seiner Wahl mitbringen, die sich zwischen den Wettkämpfen um ihn kümmert. Diese Person kann sie in solchen Fällen beruhigen und sie unterstützen, damit sie sich bei der nächsten Aufgabe wieder voll konzentrieren. Ich selber werde auch dort sein, kann aber nicht gleichzeitig auf alle eingehen. 

Wie stehen die Chancen für die Kandidaten und für die Kandidatin aus dem Kanton Bern?
Ich habe ein gutes Gefühl. Da der Kanton Bern ein grosser Agrarkanton ist, kann er mit sieben Kandidaten starten. Und darunter haben wir sehr starke Teilnehmer. Natürlich ist es immer schwierig zu sagen, wie sich jemand unter Stress verhält. Aber wir sind bereit. Wir haben die Ski gewachst, sozusagen. Und ich glaube, dass jemand aus unserem Team gewinnen wird.

Was bringt die Teilnahme an den SwissSkills den Kandidaten und Kandidatinnen?
Es ist eine einmalige Erfahrung. Die Berufsmeisterschaften finden nur alle vier Jahre statt. Wenn sie hier gut abschneiden, können sie an die europäische oder sogar an die weltweite Berufsmeisterschaft. Das ist eine grosse Chance, andere Menschen und Länder kennenzulernen.

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