26.02.2016 08:08
Quelle: schweizerbauer.ch - Christian Zufferey
St. Gallen
Taifun ist die Chefin
Taifun war die erste Ehringer Kuh, die SVP-Präsident Toni Brunner kaufte. Weitere zwei Tiere folgten.

Es war ein spontaner Entscheid, als SVP-Präsident und Landwirt Toni Brunner eine Eringer Kuh im Wallis gekauft hat. «Ich bin am letzten Ostermontag als Gast an einem Ringkuhkampf im Oberwallis gewesen», erzählt Brunner. Er wollte sich jedoch nicht nur die Kühe in der Arena ansehen, sondern auch auf dem Richtplatz, wo sie auf ihren Auftritt warteten.

Kam ins Finale

«Speziell war ich auf der Suche nach der Nummer 74, weil das mein Jahrgang ist», so Brunner. «Falls es eine schöne Kuh ist, kann ich vielleicht etwas verhandeln. Als ich Taifun schliesslich gefunden habe, war es Liebe auf den ersten Blick.» Sie gehörte einem Viehhändler aus Visp, und so wurde man sich schnell einig – noch bevor die Nr. 74 in den Ring gerufen wurde.

Gross war Brunners Freude, als Taifun die Vorrunde überstanden hatte und ins Finale kam. Dann jedoch schied sie mit dem 7. Rang aus und konnte sich somit gerade nicht fürs kantonale Finale in Aproz qualifizieren. «Das hatte für mich aber den Vorteil, dass ich sie gleich mit nach Hause nehmen konnte, ohne noch auf Aproz zu warten», erinnert er sich.

Hierarchie sofort klar

Genau genommen war es der Visper Viehhändler, der mit Taifun im Anhänger ein paar Tage später ins Toggenburg gefahren ist. «Schon vom ersten Tag an war Taifun eine natürliche Autorität inmitten einer Herde brauner Kühe», erinnert sich Brunner an die Ankunft. Die neue Hierarchie war innert weniger Sekunden klar.

Taifun etablierte sich sofort als die neue Chefin der Herde – zum Leidwesen der bisherigen Leitkuh Linda. Mit einer anderen braunen Kuh schloss sie dafür eine innige Freundschaft, gewährte ihr gar Körperkontakt. Selbst als Brunner mit Taifun am letzten Sommerstechfest oberhalb Visperterminen VS teilgenommen hat, war deren braune Freundin zur moralischen Unterstützung dabei – auch wenn sie als einzige braune Kuh etwas aus der Reihe tanzte.

Das erste Kalb

Mehr Mühe bereitete Taifun dagegen eine Bürste, die sich dreht, sobald sie etwas Gegendruck hat. «Es brauchte Training und einige Verwöhn-Würfelchen, bis sie sich nach etwa einem Monat ein Herz gefasst und sich herangetraut hat», erzählt Brunner. Gross war die Freude jedoch, als Taifun ihr erstes Kalb zur Welt gebracht hat – Tigris. Amüsiert konnte er beobachten, wie sich das erst zehn Tage alte Kalb einem zwei Monate älteren, ebenfalls robusten Simmentaler Kalb näherte, dieses zum Nahkampf herausforderte, nachsetzte und nicht lockerliess, bis es das viel grössere Simmentaler Kalb besiegt hatte.

Schon nach dem Alpsommer folgten zwei weitere Eringer, Micabol und Lulu, Letztere gehört allerdings dem ehemaligen Bundesrats-Kandidaten Thomas Aeschi. Noch im Verlauf dieses Jahres soll eine vierte Kuh folgen. In Zukunft hofft Brunner, dass er sich wieder etwas mehr Zeit nehmen kann für mehr Präsenz auf dem eigenen Betrieb. Denn im April wird er als SVP-Präsident zurücktreten. «Wenn die Tiere gesund bleiben, plane ich auch, an mindestens einem Ringkuhkampf im Wallis teilzunehmen», ergänzt Brunner.

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