7.07.2014 11:27
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Test für Milchallergie entwickelt
Etwa zwei bis drei Prozent der Erwachsenen leiden an einer Nahrungsmittelallergie. Derzeit sind zeitaufwändige Tests nötig, um herauszufinden, welches Protein die Allergie auslöst. Nun stellen Forscher der ETH Lausanne (EPFL) einen einfachen Test vor, der auch seltene Allergene aufspüren soll.

Bei Allergien bildet der Körper Antikörper gegen ein auslösendes Protein, im Fall der Milchallergie sind dies Immunglobuline E (IgE). Milch enthält über 20 potenziell allergene Proteine. Derzeit muss für jedes einzeln aufwändig getestet werden, ob IgE-Antikörper dagegen vorhanden sind. Auch dann ist noch nicht klar, ob dieses Protein auch für die Allergie verantwortlich ist.

Sämtliche IgE-Antikörper isoliert

Der neue Test, den das Team um Hubert Girault von der EPFL entwickelt hat, könne die schuldigen Proteine mit hoher Empfindlichkeit und Genauigkeit aufspüren, schrieb die Hochschule in einer Mitteilung. Die Forscher isolierten dazu bei einer Patientin mit Milchallergie sämtliche IgE-Antikörper aus dem Blutserum.

Diese verknüpften sie chemisch mit magnetischen Kügelchen und fügten sie in ein Glasröhrchen ein, das halb so dünn ist wie ein menschliches Haar. Danach liessen sie sämtliche Milchproteine durch das Röhrchen fliessen. Die Allergie auslösenden davon - bei der Patientin waren es vier - hefteten sich jeweils an «ihr» IgE an. Sie können mit Massenspektrometrie aussortiert werden. Die Forscher berichten darüber im Fachjournal «Analytical Chemistry».

2 bis 4 Prozent der Bevölkerung betroffen

Auf diese Weise liessen sich auch sehr seltene Allergene entdecken, erklärten die Forscher. Darum liesse sich der Test auch auf andere Esswaren wie Nuss- und Weizenprodukte anwenden. Dies könnte dabei helfen, individualisierte Therapie für Betroffene zu entwickeln - zum Beispiel ein gezieltes «Training» für das Immunsystem, um es gegen die betreffenden Nahrungsmittelproteine zu desensibilisieren.

In der Schweiz gibt laut dem Allergiezentrum Schweiz (AHA) bei Umfragen jeder Fünfte an, auf Nahrungsmittel allergisch zu sein. Gemäss europäischen Studien sind aber nur 2 bis 4 Prozent der Bevölkerung betroffen, bei Kindern 7 bis 10 Prozent, wobei sich bei ihnen die Allergien häufig wieder auswachsen. Symptome sind Juckreiz und Schwellungen an Lippen, Zunge sowie der Rachenschleimhaut.

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