15.11.2014 08:24
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Thurgau
TG: Windenergie hat Potenzial
Der Kanton Thurgau könnte in Zukunft 10 bis 15 Prozent seines Strombedarfs mit Windenergie decken. Dies zeigt eine Studie, die am Freitag vorgestellt wurde. Darin sind acht Gebiete definiert, in denen sich der Bau grosser Windturbinen lohnen würde.

Regierungsrat Kaspar Schläpfer und Vertreter der Abteilung Energie beim Departement für Inneres und Volkswirtschaft informierten über die Studie. Danach liessen sich im Thurgau mit Windenergie etwa 150 Gigawattstunden (GWh) pro Jahr produzieren. Im Vergleich: Das AKW Gösgen liefert rund 8000 GWh.

Nachhaltigkeit geprüft

Geeignete Standorte für Windturbinen wären Salenen-Reutenen, Eschlikon und Littenheid, Thundorf, Braunau und Wuppenau, Ottenberg, Rodebärg, Cholfirst, Bichelsee und Fischingen. Drei dieser Gebiete liegen in Landschafts- oder Naturschutzgebieten, was den Bau von Windkraftanlagen aber nicht ausschliesst.

Geprüft wurde die Nachhaltigkeit von Windkraftanlagen. Dazu gehören Landschaftsverträglichkeit, Sichtbarkeit, Waldschutz, Auswirkungen auf Brut- und Zugvögel sowie Fauna und Flora. Mögliche Konflikte könnte es um Lärm oder Schattenwurf geben.

Umsetzungskonzept

Aufgrund der positiven Beurteilung des Windpotenzials lässt der Kanton nun ein Umsetzungskonzept ausarbeiten, wie es an der Medienkonferenz hiess. Nötig seien eine Anpassung des Richtplans und die Koordination mit den Nachbarkantonen. Geprüft wird auch,  wie sich bau- und umweltrechtliche Verfahren vereinfachem liessen.

Der Kanton wolle Voraussetzungen schaffen, damit Investoren Windenergieanlagen konkret planen könnten. Das «Konzept für einen Thurgauer Strommix ohne Atomstrom» hat zum Ziel, durch Nutzung lokaler erneuerbarer Energie und bessere Energieeffizienz die heutige Abhängigkeit vom Atomstrom zu verringern.

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