Freitag, 5. März 2021
01.02.2016 14:52
Tessin

TI: Bauern leiden unter Trockenheit

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Von: sda

Die lang anhaltende Trockenheit setzt dem Tessin weiter zu. Nachdem die Monate November und Dezember als die wärmsten und trockensten in die Geschichte eingingen, fiel auch im Januar der erhoffte Niederschlag weitgehend aus. Leidtragende sind die Landwirtschaft und die Energieproduzenten.

Würden die Monate November, Dezember und Januar zusammen betrachtet, könne von einer aussergewöhnlichen Trockenheit im Tessin gesprochen werden, sagte Fosco Spinedi von Meteo Schweiz in Locarno am Montag auf Anfrage. Generell träten längere Trockenphasen im Tessiner Winter häufiger auf – allerdings sei davor zumindest im Herbst ausgiebiger Regen gefallen, was in diesem Jahr nicht der Fall gewesen sei, so Spinedi.

Bauern wollen anpflanzen

Der aktuelle Pegel des Lago Maggiore liege deshalb rund einen Meter unter dem langjährigen Mittel. Nur die Regulierung über die Schleusen in der italienischen Gemeinde Sesto Calende würden aktuell ein weiteres Absinken des Pegels verhindern.

Unter der anhaltenden Trockenheit würde bereits die Landwirtschaft leiden, die in den kommenden Wochen im Tessin damit beginne anzupflanzen, sagte Spinedi. Die Waldbrandwarnstufe liege im Tessin aktuell bei Stufe drei von fünf – im Dezember hatte sie bereits Stufe vier erreicht, was mit Warnhinweisen der Behörden an die Bevölkerung einherging.

Stromanbieter sitzt bald auf dem Trockenen

Auch dem Tessiner Stromanbieter AET bereitet der mangelnde Regen Probleme: Die Staubecken seien Ende Januar nur zu rund 38 Prozent gefüllt gewesen – üblich sei um diese Jahreszeit ein Füllwert von 50 Prozent, teilte AET-Sprecher Pietro Jolli am Montag auf Anfrage mit.

Selbst wenn in der nächsten Zeit wieder Niederschläge fallen sollten, könnte sich dies erst im April auf die Füllbecken auswirken, da dann die Schneeschmelze einsetze. 55 Prozent des Schweizer Energiebedarfs werde aus der Wasserkraft gedeckt, so Jolli. Im Tessiner Blenio-, Verzasca-, und Maggiatal befänden sich wichtige Speicherbecken für die Stromerzeugung.

Fosco Spinedi von Meteo Schweiz stellte «ergiebige Niederschläge» im Tessin bereits für das kommende Wochenende in Aussicht. Pünktlich zur Karnevalszeit, die allein in Bellinzona wieder rund 30’000 Personen in die Stadt locken wird.

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