29.10.2015 12:00
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Aargau
Tiertransporter werden schikaniert
Im Kanton Aargau häufen sich die Sabotage-Anschläge auf Tiertransporter. Verschiedene Unternehmen berichten von angeschnittenen Bremskabeln, Sprayereien und Ausbremsmanöver. Wer hinter den Taten steckt, ist noch unklar.

Die Anzahl Sabotage-Anschläge auf Tiertransporter hat in den vergangenen Wochen im Kanton Aargau markant zugenommen. Das berichten das Regionaljournal Aargau-Solothurn von Radio SRF und die „Aargauer Zeitung“.

Ausbremsen sehr gefährlich

Gemäss Peter Bosshard, Geschäftsführer des Schweizerischen Viehhändlerverbandes (SVV), wurde ein Viehtransporter mit dem Wort „Mörder“ besprayt. Doch es kam noch schlimmer und vor allem gefährlicher. Aus Muhen wurden durchgeschnittene Bremskabel gemeldet, in der Region Aarau-Suhr wurde ein Fahrer eines Transporters absichtlich ausgebremst. „Das Ausbremsen ist brutal gefährlich für Mensch und Tier“, so Bosshard. Bei einer Vollbremsung würden die Tiere nach vorne geschleudert. Im Extremfall könne der Transporter auch kippen.

Sabotageakte sind in der Branche nichts Ungewöhnliches. Doch in den vergangenen Wochen haben sich die Meldungen massiv gehäuft. Pro Woche werden der Geschäftsstelle des Viehhandelsverbandes zwei bis drei Fälle gemeldet. Die Hälfte davon aus dem Aargau.

Auffälliger Kleinwagen

Eine Erklärung für die Häufung der Fälle im Aargau hat Bosshard nicht. Um in die Schlachthäuser von Bell in Oensingen SO oder Basel zu gelangen, wird der Aargau durchquert. Zu Anzeigen ist es noch nicht gekommen. Die Fälle würden derzeit zusammengetragen, so Bosshard. Betroffen sind mehrere Schweizer Firmen, darunter auch die Vianco.

Diese erklärt gegenüber der „Aargauer Zeitung“, dass sie einmal von einer Sprayereien betroffen war. Zu weiteren Drohungen sei es nicht gekommen. Bosshard bezeichnet die Vianco als „Musterknaben“ in Sachen Tiertransport. Bezüglich Täterschaft tappen die Viehhändler noch im Dunkeln. In mehreren Fällen sei aber ein Kleinwagen mit Aargauer Kennzeichen und Aufkleber „Stopp Tiertransporte“ aufgefallen, so Bosshard.

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