14.07.2020 15:43
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Obwalden
Todessturz von Kühen bleibt Rätsel
Mitte Juni sind auf der Alp Bettebnet oberhalb Kerns OW acht Rinder in den Tod gestürzt. Als Verursacher der Panik wurde ein Wolf vermutet. Die ausgewerteten Proben haben nun aber keine gesicherten Hinweise ergeben.

Mitte Juni fanden acht Rinder bei einem Sturz in die Tiefe den Tod. Der Vorfall ereignete sich tagsüber, die Älpler haben in der Folge die Wildhut informiert. 

Kadaver wurden ausgeflogen

Die Tiere sind am Ende eines Fahrwegs steiles Gelände hinuntergestürzt. Gefunden wurde die toten Tiere in einem Bach sowie in einem steilen Waldgelände. Ihre Kadaver mussten ausgeflogen werden. 

Bei den Tieren wurden DNA-Proben entnommen. Diese wurden ausgewertet. Und die Resultate geben keinen Aufschluss über die Panik bei den Tieren. «Die Ursache, die am 17. Juni 2020 im Gebiet Schild, Melchtal, bei einer Rinderherde Panik auslöste und in der Folge zum Absturz von Rindern führte, konnte bisher nicht geklärt werden», schreibt der Kanton in einer Medienmitteilung vom Dienstag.

Keine Hinweise auf einen Wolf

Gemäss den Laboruntersuchungen konnte eine Kotprobe einem Haustier zugeordnet werden. Die Speichelprobe eines geretteten und nicht abgestürzten Rindes sowie eine ab einem Kuhhorn entnommene Haarprobe waren nicht auswertbar.

Gemäss der Mitteilung liegen beim Absturz keine Erkenntnisse vor, die auf den Wolf als Auslöser des Absturzes hinweisen. Im Gebiet Melchtal seien keine Risse oder Beobachtungen einer Wolfspräsenz gemacht worden.

Kühe rennen nicht grundlos davon

Der Absturz bleibt ein Rätsel. Kurz nach dem Absturz zeigten sich die Bauern aufgewühlt. «Die Kühe haben mehrere Kilometer zurückgelegt und sind in Panik herumgerannt», sagte Roland Bucher zu «Luzerner Zeitung». Sie hätten versucht, die Herde zu stoppen. Zusammen mit dem Besitzer der Tiere war er bei der Absturzstelle. Es sei ein schlimmer Anblick gewesen.

«Wir konnten nichts mehr machen, die Kühe sind einfach grundlos weiter gerannt», erzählte der Landwirt weiter. Die Tiere waren zwischen zwei und elf Jahre alt. Drei der Kühe waren trächtig und sollten im Juli abkalben. Der Landwirt aus St. Niklausen bei Kerns OW sagte zu Tele 1: «Wegen einem Reh würden die Tiere nie so reagieren. Das muss was 'Gröberes' gewesen sein.» Zudem hat er am Vorabend aus dem Tenn ein unbekanntes Tiere wegrennen gehört. Eine Kuh trug Kratzer davon. «Die Kuh ist verstört. Sie ist nicht mehr diesselbe Kuh, wie sie gewesen», sagte Bucher zum TV-Sender.

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