24.07.2018 17:47
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Trockenheit
Trockenheit: Kein Ende in Sicht
Im Norden von Europa sorgt die Trockenheit für Waldbrände und Ertragsausfälle für die Bauern. Auch in der Schweiz machen die ausbleibenden Niederschläge Sorgen. Ein Ende der Trockenheit ist nicht in Sicht, wie Meteotest gegenüber schweizerbauer.ch mitteilt.

Vor allem in der Nord- und Ostschweiz sorgt die ausgeprägte Trockenheit für grosse Probleme. Wiesen trocknen aus, Grasnarben sterben ab. Dem Vieh fehlt so das Grünfutter. Die Futtervorräte für den Winter werden teilweise bereits verfüttert. Dass die Bauern dies noch ausgleichen können, ist mehr als fraglich. Auch die Kulturen auf Feldern, die nicht bewässert werden können, stellen das Wachstum ein. Die Äcker trocknen aus.

Trockenheit akut

«Das Niederschlagsdefizit ist beträchtlich», sagt Prognostikerin Stefanie Wermelinger auf Anfrage gegenüber schweizerbauer.ch. Vor allem im Osten herrscht akute Trockenheit, in Genf und teilweise im Jura sind die Defizite geringer. «Im Juni fielen in Schaffhausen 38 mm Regen. Die Normwerte von 1981-2010 liegen bei 92 mm. Somit haben wir 59% weniger Niederschlag als üblich. Dasselbe Muster sieht man auch in anderen Orten, so in Chur (-63%), Bischofszell (-33%), Bern (-37%) oder auch La Chaux-de-Fonds (-20%)», erklärt Wermelinger.

Im Juli hat sich die Trockenheit fortgesetzt. Das Niederschlagsdefizit für Schaffhausen beträgt 41%, für Chur (-74%), für Bischofszell (-39%), für Bern (-31%) und in La Chaux-de-Fonds (-7%). «Im Moment findet man in den meisten Regionen der Schweiz eine negative Wasserbilanz, das heisst, es verdunstet mehr, als Niederschlag fällt», so die Meteorologin.

Welche Faktoren verschärfen Trockenheit?

Sonneneinstrahlung
trockene Luft
Niederschlag
Wärme 
Wind

Bise trocknet Luft ab

Ist die Trockenheit auf ein spezielles Phänomen zurückzuführen? «Seit einigen Wochen wird das Wetter in der Schweiz von grossen und sich immer wieder regenerierenden Hochdruckgebieten beeinflusst. Diese Hochdruckgebiete verhindern oft, dass Fronten entstehen, die verbreitet Regen bringen könnten», erklärt Wermelinger. Zwar lag die Schweiz ab und zu am Rand eines Hochdruckgebiets und so konnte teilweise feuchtere Meeresluft einfliessen. «Diese wurde aber oft durch die Bise wieder abgetrocknet», hält sie fest. Deshalb blieben auch die Niederschläge aus.

In den kommenden zwei Wochen ist mit keiner Entspannung der Situation zu rechnen. Im Gegenteil, die Temperaturen werden weiter ansteigen und die Verdunstung erhöhen. «Vor allem Donnerstag und Freitag sind vielerorts Werte über 30 Grad möglich, im Rhonetal oder auch in Basel bis zu 32 oder 33 Grad», sagt Stefanie Wermelinger.

Kein flächiger Regen in Sicht

Zwar steigt am Wochenende die Gewittergefahr ein wenig an. Die Gewitter entladen sich aber hauptsächlich in den Bergen, im Flachland bleibt es meistens trocken. «Die Schauer bringen lokal grosse Mengen. Doch die Niederschläge sind zu stark, als dass die Wassermassen vom Boden aufgenommen werden könnten», hält Wermelinger fest. «Eine flächendeckende Entwarnung ist deshalb nicht in Sicht. Nur lokal sich die Situation leicht entspannen», mahnt sie.

Damit sich die Situation entschärft, benötigt es eine längere Regenphase. Doch diese ist nicht in Sicht. SRF Meteo geht gar davon aus, dass es womöglich bis weit in den Monat August hinein heiss und trocken bleibt.

Ausführliche Wetterinfos gibts hier

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