13.04.2017 16:05
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Wetter
Trockenstes Frühjahr seit 25 Jahren
In den vergangenen Wochen hat es nur wenig geregnet. Er ist der trockenste Frühling seit 25 Jahren. Grosse Regenmengen sind in den kommenden Tagen nicht zu erwarten. Bauern sehnen sich aber danach.

Der diesjährige Frühling zeigt sich von der sonnigen und trockenen Seite. Für das Bestellen der Äcker war die Witterung ideal. Vor allem im März war es überdurchschnittlich warm. «Im März lag die Temperatur auf der Alpennordseite 3 bis 4 Grad über dem langjährigen Mittel», sagt Meteotest-Prognostiker Mario Rindlisbacher gegenüber schweizerbauer.ch.

Teilweise nur 40 Prozent der Regenmenge


Die hohen Temperaturen und der viele Sonnenschein führte aber zu vermehrter Verdunstung. Die Trockenheit hat sich so verschärft. Denn gemäss Rindlisbacher sind seit März auf der Alpennordseite zwischen 50 und 100 l/m2 Regen gefallen. Am wenigsten Niederschlag wurde in der Nordschweiz gemessen. «Dies entspricht 40 bis 70 Prozent der Norm», so der Meteorologe.

Gilt der Frühling 2017 klimatisch als aussergewöhnlich? «Die Trockenheit ist in dieser Ausprägung aussergewöhnlich. Im Mittelland ist es das trockenste Frühjahr seit 25 Jahren. Am Nordrand der Schweiz sogar seit 40 Jahren», macht Rindlisbacher deutlich. So erstaunt es nicht, dass es in den vergangenen Tagen in vielen Orten – Gersau SZ, Pontresina GR, Muttenz BL, Bern, Oberbuchsiten, Häfelfingen BL und Faido TI – zu Wald- und Flubränden kam.

Weniger gravierend ist es in den Bergen und in der Ostschweiz. Hier fiel zum Teil mehr Regen und die langjährigen Mengen wurden erreicht.

Gras bräuchte Regen

Warum ist es aber so trocken? «Die Schweiz kommt seit Wochen immer wieder unter Hochdruckeinfluss. Regenbringende Westwindlagen fehlen seit längerer Zeit», erklärt Rindlisbacher.

Für die Bauern hat die Trockenheit noch nicht allzu gravierende Auswirkungen. Wie Andreas Burri, Vizepräsident des Zürcher Bauernverbandes gegenüber SRF ausführt, mag der Weizen die derzeit trockene Witterung. Pilze haben so keine Chance. Zuckerrüben und andere Kulturen, die früher ausgesät worden sind, hätten bereits Wurzeln und deswegen keine Probleme.

Mehr zu schaffen macht die Trockenheit dem Gras. Einige Bauern würde bereits ihre Wiesen bewässern, weiss Burri. Der erste Grasschnitt sei besonders wichtig. 30 bis 40 Prozent der Ernte wird hier eingefahren. Sonnenblumen und Erbsen hätten zudem Mühe ans Wasser zu kommen und zu keimen, fährt Burri fort.

Kühler und Schnee bis unter 1000 Meter

Können die Bauern in den kommenden Tagen mit Regen rechnen? Ja, aber die Mengen werden gering ausfallen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag dürfte es im Mittelland einige Millimeter Nass geben. In der Romandie hingegen wird es praktisch trocken bleiben. Damit wird die Waldbrandgefahr nicht sinken. Und auch für das Gras und die Sonnenblumen gibt es keine Linderung.

Nach Ostern dürfte es gemäss den Prognosen von Meteotest wechselhaft und kühler werden. Zwar wird es zweitweise Regnen, die Mengen sind aber gering. Die Temperaturen werden gegen Mitte Woche noch weiter absinken. «Im Laufe der Woche kann kurzzeitig durchaus Schnee bis unter 1000 Meter fallen. Bei Aufklaren ist nachts mit Bodenfrost oder leichtem Hüttenfrost zu rechnen», warnt Rindlisbacher. 

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