25.07.2018 11:26
Quelle: schweizerbauer.ch - Esther Schneiter
Blog
«Überflieger»-Stimmung
Esther Schneiter ist zurück auf schweizerbauer.ch. Nach den Blogs aus Neuseeland, von der Alp Meienfall im Diemtigtal und der Alp Pfidertschegg im Eriz, wird Esther in den kommenden Monaten wieder aus ihrem Leben als Lehrerin, Landwirtin und Lernende berichten.

Wie jeden Sonntag überlege ich mir auch heute, was ich im Blog schreiben könnte. Ich mache so quasi eine Wochenrückschau und bemerke, dass nichts Spektakuläres, Aussergewöhnliches oder Abstruses passiert ist. Im Gegenteil, momentan sind wir wie kleine Überflieger. In unserem Leben läuft unglaublich viel. «Der Flug» ist schnell, aber alles ist positiv und motivierend. 

Hochmut vor dem Fall?


Ich weiss, dass diese Aussagen nicht ganz Ohne sind. Nur ein Schicksalsschlag, ein «zur falschen Zeit am falschen Ort» oder einfach der harte Alltag kann diesen Überflug bremsen. Und mir fallen viele Sprichwörter ein, beispielsweise Hochmut kommt vor dem Fall. Oder wie Töbu einfach sagen würde: «Es ist noch kein Baum in den Himmel gewachsen.» 

Dennoch will ich nicht in negativer hypothetischer Zukunft leben und mir in den dunkelsten Farben ausmalen, was alles passieren könnte. Nein, ich will dieses Glücksgefühl geniessen und mit der positiven Energie Berge versetzen.

Abendwanderung in die Sichel

Nicht gerade Berge versetzt haben wir am Dienstagabend, aber zumindest erklommen. Wir haben zeitig Feierabend gemacht, unseren Rucksack bepackt und sind in Richtung Sichel marschiert. Wohl hätten wir den Fussmarsch in einer Stunde zurückgelegt.

Aber eben: hätten, wenn da nicht noch dieses und jedes gewesen wäre. Die Alpen der Nachbarn, der wunderbare Ausblick von der Schörizegg, die Schafe in der Sichel; da gab es vieles zu bestaunen. Besonders entzückt war ich von den vielen Steingeissen mit ihren Zicklein. 

Unkrauten: Eine Never-Ending-Story

Auch nicht Berge versetzt haben wir beim Unkrautbekämpfen. Jedoch ist der «Unkrautberg» wieder überschaubar und wir haben den grössten Teil ausgehakt. Mit tatkräftiger Unterstützung aus unserem Familien- und Freundeskreis schaffen wir jeweils recht grosse Flächen in erträglichen Zeiträumen. 

Jael, die Cousine von Töbu, meinte am Samstag: «Ich glaube, das Disteln ist eine Never-Ending-Story.» Ehrlich gesagt, glaube ich dies auch. Aber ich verbringe meine Zeit lieber mit Disteln aushaken, als beispielsweise mit dem Aufräumen bombardierter Häuser in Krisenregionen. Denn überall könnte man sich beklagen, oder einfach das Gute sehen und schätzen. 

Beginn der Ausbildung

Am Sonntag war sicherlich der prägendste Tag der Woche. Ariane, unsere Lehrtochter, ist in ihr erstes Lehrjahr als Landwirtin gestartet. Auch für uns ist es das erste Mal, dass wir die ehrenvolle Aufgabe als Ausbildnerfamilie wahrnehmen dürfen. 

Und auch hier könnte ich das Negative sehen, und bedauern, dass Töbu und ich nun kaum noch alleine sein werden. Dass es nun Schluss ist mit dem unregelmässigen Essen zu den verrücktesten Zeiten. Schlussendlich will ich dies aber nicht, denn das Positive überwiegt eindeutig und ich freue mich sehr auf das kommende Jahr.

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