22.04.2016 07:39
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Gesundheit
Überlebenschance armer Kinder steigt
Lebenserwartung und Sterblichkeit sind ungleich verteilt zwischen Arm und Reich - zum Nachteil der Ärmeren. Trotz der zunehmend klaffenden Wohlstands-Schere nehmen die Unterschiede in der Sterblichkeit immer weiter ab. Das zeigen Forschende der Universitäten Zürich und Princeton.

Ärmere Kinder haben heute stark verbesserte Überlebenschancen. Zwischen 1990 und 2010 verringerte sich der Unterschied bei der Sterblichkeitsrate zwischen Kindern aus wirtschaftlich schwachen und und starken Regionen in den USA. Zu diesem Schluss kommen Janet Currie von der Princeton University und Hannes Schwandt von der Uni Zürich, wie letztere am Donnerstag mitteilte.

Tiefere Säuglingssterblichkeit

Die beiden Forschenden untersuchten die Lebenserwartung verschiedener Altersgruppen in reicheren und ärmeren US-Regionen. Im Fachjournal «Science» berichten sie nun, dass die Sterblichkeit von Säuglingen zwischen 1990 und 2010 in allen US-Regionen abnahm.

Dabei war der Rückgang in den ärmsten Gegenden am stärksten: Starben dort 1990 noch 18,3 pro 1000 männliche Neugeborene in den ersten drei Lebensjahren, waren es 2010 nur noch 9,8. In reicheren Regionen sank dieser Anteil im gleichen Zeitraum von 9,8 auf 5,5.

Ungleichheit bei Senioren weiter hoch

Weiter stellten die Forschenden fest, dass sich die soziale Ungleichheit in Sachen Überlebenschancen bei allen Altersgruppen bis zum Alter von knapp 40 Jahren verringert hat. Allerdings nimmt die Ungleichheit im Seniorenalter zu.

«Die Jüngsten in den ärmsten Regionen profitieren am stärksten und schnellsten sichtbar von den Wohlfahrtsverbesserungen», liess sich Schwandt in der Mitteilung zitieren. Ältere hingegen hätten eine gesundheitliche Lebensgeschichte, die von der Vergangenheit geprägt sei. Der Forscher vermutet, dass die verbesserten Lebensbedingungen künftig auch die Unterschiede bei der Seniorensterblichkeit reduzieren werden.

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