11.05.2018 17:55
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Überraschung: Ochse schlägt Kamel
Ein Rennen der aussergewöhnlichen Art fand am Donnerstag in Taufkirchen bei München (D) statt. Acht Ochsen und vier Kamele sind zu einem Rennen angetreten. Ochse Maxl konnte sich schlussendlich überraschend durchsetzen. -> Mit Video

Das spezielle Rennen zog die Massen an. Nicht weniger als 5'000 Personen wollten dem Spektakel beiwohnen, welches der Burschenverein «Fröhlich Frisch auf Taufkirchen» organisierte. Und das Rennen begeisterte. Gemäss den Organisatoren handelte es sich um das erste Kräftemessen zwischen Ochsen und Kamelen (Trampeltiere) überhaupt. 

In drei Durchläufen traten die Kamele und die Ochsen auf der rund 100 Meter langen Strecke gegeneinander an. Zwischen den beiden Bahnen wurde eine Absperrung verlegt.

Maxl setzt sich durch

Im Finale galten die Kamele Khalif und Ali als Favoriten. Die beiden Ochsen Maxl und Franz-Josef wurde nur wenig Kredit gegeben. Die vier Tiere hatten sich den Läufen zuvor für den Endlauf qualifiziert. 

Ochse Maxl und die Kamele kommen gut aus den Startlöchern. Nach wenigen Metern sind sie gleichauf. Nur Franz-Josef liegt da schon etwas zurück. Ab Rennmitte setzt sich Maxl und Reiter Alexander Hintermair vorne ab. Sie bringen den Sieg zur Überraschung aller nach Hause. Entsprechend gross fällt der Jubel aus. Ochse Franz-Josef kommt ohne Reiter ins Ziel.

Revanche gefordert

Das sei eine faustdicke Überraschung, sagt Hintermaier zur Zeitung «Merkur». Die «Kamelfraktion» gab sich gelassen. Eventuell werde man eine Revanche fordern. Es habe sich gezeigt, dass es spannend sei, wenn diese beiden Tierarten gegeneinander antreten.

Auf die Kamele ist die Burschenschaft eher zufällig gestossen. Zuerst wollten sie Hunde an den Start lassen. Diese waren aber zu klein, die Pferde zu schnell. So fragten sie bei einem Kamelhof an. Der Besitzer war begeistert.

Tierschützer wollten Verbot

Weniger Freude hatten die Tierschützer. Die Organisation Peta forderte ein Verbot. Das Rennen fand deshalb unter behördlicher Aufsicht statt. Das Veterinäramt war eingeschaltet, ein Tierarzt in Rufbereitschaft. Die Ochsen hatten ein eigenes Zelt als Sonnenschutz. Zudem wurden sie mit Heu und Wasser versorgt.

Ochsenrennen haben in Bayern eine lange Tradition. Stiere waren zu wild und früher zu selten. Ochsen hingegen seien für die Bauern als Zugtiere die Alternative zu Pferden gewesen, zudem gaben sie gutes Fleisch. Deshalb wurden sie bei Festen auch ins Rennen geschickt.

 

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