13.08.2018 13:43
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Schaffhausen
Übler Gestank wegen Klärschlamm
Seit Juli häufen sich aus Neuhausen am Rheinfall SH und der Beringer Enge Meldungen über Gestank: Das interkantonale Labor ist dem unangenehmen Geruch auf der Spur - er dürfte aus der Abluft der Klärschlammtrocknung der KBA Hard stammen.

Das interkantonale Labor schaltete nach der Häufung der Klagen auf seiner Homepage ein «Geruchsprotokoll» auf: Über 30 Personen beschrieben in der Folge detailliert ihre Wahrnehmungen. Sie bezeichneten die Gerüche als «unangenehm», «faulig» und «bestialisch», sie schrieben von einem «Geruch nach Verwesung».

Zwei Zeitfenster


Diese Meldungen wurden mit häufigen Begehungen in den Quartieren verifiziert, wie das interkantonale Labor am Montag mitteilte. Es zeigte sich, dass die Duftwolken jeweils insbesondere von 2 bis 8 Uhr in der Früh sowie von 19 bis 23 Uhr durch Teile von Neuhausen am Rheinfall sowie die Beringer Enge ziehen.

Mit Modellberechnungen wurden in der Folge die bodennahen Luftbewegungen beschrieben: Demnach fliesst in der zweiten Nachthälfte Luft von der Enge her nach Neuhausen am Rheinfall in die Gebiete mit Geruchsmeldungen.

Lästig, aber nicht gesundheitsschädigend

«All diese Daten weisen darauf hin, dass die gemeldeten Gerüche auf die Abluft der Klärschlammtrocknung in der Kehricht- und Biogasanlage Hard (KBA), die über einen hohen Kamin abgeführt wird, zurückzuführen sind», heisst es in der Mitteilung. Solche Gerüche seien zwar lästig und einschränkend, gemäss aktuellem Wissenstand aber nicht gesundheitsgefährdend.

Insbesondere der aussergewöhnlich heisse Sommer dürfte zu dieser «unangenehmen Situation» geführt haben, schreibt das interkantonale Labor weiter. Dieses hat die Ergebnisse auch der KBA Hard mitgeteilt, damit diese die Ursachen abklären kann. Die KBA Hard soll betriebliche oder technische Massnahmen ergreifen, damit sich die Situation wieder verbessert und in der Zukunft nicht wiederholt. «Dies ist umso wichtiger, als gemäss Klimastudien dieser Sommer mittelfristig keine Ausnahme mehr sein wird.»

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