1.02.2015 18:49
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Unfalltod von Landwirt: Tierschützer distanzieren sich von Animal Peace
Auch der Bundesvorstand der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) hat Strafanzeige gegen die Tierschutzorganisation Animal Peace erstattet. Grund ist nach Angaben der AbL die Verhöhnung und Diffamierung eines rheinischen Landwirts, der bei einem Arbeitsunfall mit einem Bullen ums Leben kam, auf der Homepage der Organisation. Der Tierschutzbund und Politiker distanzieren sich von Animal Peace.

„Animal Peace hat auf ihrer Internetseite den Bullen, der den Landwirt getötet hat, als ,Held der Freiheit‘ gefeiert und den Landwirt als ,Sklavenhalter‘ bezeichnet. Das ist keine zu entschuldigende Entgleisung, sondern es wird in unerträglicher Weise das Andenken an den bei einem tragischen Unglück verstorbenen Landwirt verunglimpft“, stellte AbL-Bundesgeschäftsführer Georg Janssen fest.

Er forderte alle Bündnisse gegen Megaställe auf, in denen Animal Peace möglicherweise mitarbeitet, diese Organisation sofort auszuschliessen. Wer Bauern so bewusst diffamiere, dürfe keinerlei Unterstützung erwarten, stellte Janssen klar. Die Grundlage für eine faire Zusammenarbeit sei der hohe menschliche Respekt fürund miteinander. Dies gehöre auch zu den Grundvoraussetzungen der „Wir haben es satt“- Demonstration, auf der am 17. Januar in Berlin 50'000 Menschen für eine bäuerliche und ökologische Zukunftslandwirtschaft auf die Strasse gegangen seien.

Auch der agrarpolitische Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, Friedrich Ostendorff, distanzierte sich ausdrücklich von den „indiskutablen Äußerungen“. „Solche Darstellungen offenbaren eine menschenverachtende Dummheit unter dem Deckmantel des Tierschutzes, mit der die grüne Bundestagsfraktion und ich nichts zu tun haben wollen“, stellte der Politiker klar.

Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, warf Animal Peace vor, den tragischen Tod eines Landwirts für eigene Zwecke pietätlos zu instrumentalisieren. Wer so etwas mache, gehöre nicht in die Reihen des seriösen Tierschutzes, der schade dem seriösen Tierschutz massiv, betonte Schröder in einem Interview mit top agrar online.

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