15.04.2014 06:41
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Unterzuckerung lässt Ehepartner zu Streithähnen werden
Ein niedriger Blutzuckerspiegel befördert nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen die Gereiztheit unter Ehepartnern.

Für die Studie waren die Emotionen der Partner unter anderem mit Hilfe von Voodoo-Puppen gemessen worden, wie die Forscher der Ohio State University in den USA jetzt in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift «Proceeding of the National Academy of Sciences» berichteten.

Blutzucker sei der Treibstoff für das Gehirn und damit auch nötig für die Kontrolle von Ärger und aggressiven Impulsen, erläuterte der Leitautor Brad Bushman. Sinke der Blutzuckerspiegel etwa aufgrund von Hunger, könne dies anscheinend eine Rolle bei Ehestreitigkeiten, Auseinandersetzungen und möglicherweise sogar einigen Fällen von häuslicher Gewalt spielen.

«Es gibt einen einfachen, aber effektiven Rat: Sorgen Sie dafür, dass sie nicht hungrig sind, bevor sie eine schwierige Unterhaltung mit ihrem Ehepartner beginnen», sagte Bushman. Kohlenhydrat- und zuckerhaltige Nahrung lassen den Blutzuckerspiegel am schnellsten steigen.

Forschung mit Voodoo-Puppen

An der Untersuchung waren dem Aufsatz zufolge 107 Ehepaare beteiligt. Während einer 21 Tage dauernden Testphase sollten die Teilnehmern jeden Abend bis zu 51 Nadeln in eine Voodoo-Puppe stechen, die ihren Partner symbolisierte - wobei sie die Anzahl mit zunehmenden Ärger steigern sollten. Parallel dazu wurde täglich zwei Mal der Blutzuckerspiegel gemessen.

Das Ergebnis wurde abschliessend noch durch Labortests ergänzt, bei denen die Eheleute vermeintlich in einem Fernwettkampf gegeneinander antraten, den sie in Wirklichkeit aber gegen einen Computer führten. Der Gewinner erhielt dabei die Gelegenheit, den Partner über Kopfhörer mit Lärm zu beschallen. Die Experten massen das Ausmass der vermeintlichen Attacke.

Negativer Einfluss von Hunger

Nach Angaben der Forscher benutzten die Teilnehmer um so mehr Nadeln, je niedriger ihr Blutzuckerspiegel war. Bei den Versuchspersonen, die häufiger zustachen, bestand zudem auch eine höhere Wahrscheinlichkeit von lauteren und längeren Lärm-Attacken auf den Partner.

Auch jene Versuchsteilnehmer, die nach eigenen Angaben zufrieden in ihrer Ehe waren, neigten nach Angaben der Forscher zu grösserer Gereiztheit, wenn ihr Blutzuckerspiegel sank. «Wir fanden heraus, dass Hunger unser Verhalten negativ beeinflussen kann, sogar in unseren intimsten Beziehungen», sagte Bushman.

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