23.04.2015 06:12
Quelle: schweizerbauer.ch - Anja Tschannen
Leserreise Portugal (4. Tag)
Unwetter verwandelt Rebberg in einen Wasserfall
Vergangene Woche besuchte eine Gruppe von Schweizer Bauer-Lesern Portugal. Hier erhalten Sie Einblicke in die Reise und Erlebnisse in Portugal.

Es herrscht „gelber Alarm“ an der ganzen Küste von Portugal. Ein selten starkes Unwetter sucht Portugal heim. Grosse Wellen aus dem Atlantik brechen am Strand von Porto und überfluten die untere Region. Von den Überflutungen und der tatsächlichen Kraft des Unwetters erfahren wir erst am nächsten Tag durch Ana unsere Fremdenführerin. Denn wir haben Porto um die Mittagszeit verlassen, rechtzeitig vor dem grossen Unwetter.

Die Natur schlägt zurück

Wie schnell die Natur sich ihre Überhand zurückholen kann, erleben wir bei unserer Fahrt durch die berühmte Weinbauregion im Douro-Tal. Das Douro-Tal mit seiner Weinbauregion gehört zum Weltkulturerbe. Die Schönheit dieser Gegend lässt sich bei unserer Ankunft zuerst nur erahnen, der Himmel ist trüb und die Regenmassen stürzen vom Himmel. Die Auswirkungen des Regens zeigen sich urplötzlich als wir schon beinahe am Flussufer des Douros angekommen sind.

Das Wasser fliesst in Bächen über die Terrassen der Weinberge hinunter, entlang an den Häuserfassaden und mitten über unsere Strasse, direkt dem Douro entgegen. Bei den frisch angepflanzten Reben reisst das Wasser die offene Erde mit sich und verwandelt sich in eine braune Sintflut. Wir sind froh, haben wir mit Ruben einen erfahrenen Chauffeur, der uns sicher durch das Unwetter fährt. Weiter geht es den Douro entlang, der sich durch das Schlammwasser langsam verfärbt.

Der Atlantik birgt viele Schätze

Am Morgen noch haben wir auf demselben Fluss eine Schiffrundfahrt unternommen und die Städte Porto und Gaia vom Wasser aus bewundert. Die Rundfahrt führte fast bis zur Mündung in den Atlantik. Vor der Stadtrundfahrt haben wir am Atlantik einen kurzen Zwischenstopp eingelegt, um Fotos zu schiessen.

Die Faszination für das wilde Wasser greift sofort über,  sobald sich die endlose Wasserfläche vor einem ausbreitet. Die kleinen Muscheln und leuchtenden Steine, wecken den „Jäger und Sammler“, naja zumindest den Sammler in mir und einigen Leserreisenden.

Guter Wein gibt es nur mit Schiefergestein

Der Atlantik birgt viele Schätze, die wir nach unserem  Besuch der Kathedrale auf dem kleinen Fischmarkt bestaunen. Fisch und Meerestiere sind so stark auf der Portugisischen Speisekarte verankert, wie die Port- und Tafelweine. Gut 100 km flussaufwärts (vom Douro) befinden wir uns mitten in der Wiege des Weines.

Wir besuchen das imposante Weingut „Quinta do Seixo“ von der Firma Sandeman, an das viele Weinbauern aus der Gegend ihre Trauben verkaufen. Die Quinta selber baut auf 71ha Wein an. Das Weingut thront hoch oben über dem Douron vor der Ortschaft Pinhao. Das Weltkulturerbe liegt malerisch und eindrücklich in der Schieferlandschaft. Die Schiefersteine sind für die Produktion unentbehrlich. Sie sorgen für eine konstante Temperatur bei den Reben. Tagsüber speichern sie die Wärme und geben sie in der Nacht wieder ab.

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