3.02.2019 07:14
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wetter
USA:Murmeltier als Mutmacher
Die Hoffnung bringt das Murmeltier: Während Meteorologen den US-Amerikanern nach einer kurzen Verschnaufpause in wenigen Tagen schon wieder klirrenden Frost vorhersagen, hat das Murmeltier Phil den Frühling angekündigt.

Beim traditionell am 2. Februar in der Kleinstadt Punxsutawney gefeierten Murmeltiertag hat Phil seinen Schatten nicht sehen können. Das bedeutet, ein warmer, angenehmer Frühling steht vor der Tür.

Auch wenn die Hoffnung zuletzt stirbt: Phils seit 133 Jahren vorgetragene und inzwischen weltberühmt gewordene Wettervorhersage ist mit grosser Vorsicht zu geniessen: Nur in weniger als 40 Prozent der Fälle war sie akkurat - nach Angaben des austragenden «Groundhog»-Clubs nicht etwa wegen meteorologischer Schwächen des Tierchens, sondern wegen Übersetzungsfehlern aus der Murmeltiersprache.

Nächste Kältewelle naht

Meteorologen zufolge könnte der vom Murmeltier angekündigte Frühling nur von kurzer Dauer sein. Nach arktischem Frost mit Temperaturen von teils weit unterhalb von minus 30 Grad Celsius sprang das Thermometer am Wochenende deutlich nach oben.

In Chicago, einem der Zentren der kalten Temperaturen der vergangenen Tage, wurden schon am Samstagmorgen Plusgrade gemessen. Doch schon Mitte der kommenden Woche naht die nächste Kältewelle. Spätestens am Freitag soll es wieder klirrend kalt werden, sagt der Wetterdienst voraus.

Stürme in Kalifornien

Ungemach droht auch dem Westen der USA: In Kalifornien soll es zu teils heftigen Stürmen kommen - mit ergiebigen Regenfällen an der Küste und viel Schnee in den Bergen. In einigen Gegenden wurden vorsorglich Strassen gesperrt.

In vielen Städten werden durch die grossen Temperaturschwankungen Probleme wie berstende Versorgungsleitungen, Schlaglöcher in den Strassen und instabile Brücken befürchtet. Gegenden, die im Sommer von verheerenden Waldbränden betroffen waren, drohen nun Überflutungen.

Kälter als am Südpol

In Chicago war es am Donnerstag mit minus 29 Grad Celsius kälter als an allen bisherigen letzten Januartagen seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1870. Die Millionenmetropole verzeichnete 52 Stunden am Stück Temperaturen von unter 0 Grad Fahrenheit, das entspricht minus 18 Grad Celsius.

Tatsächlich war es in Chicago nach einem Bericht des Senders NBC zeitweise sogar kälter als in Sibirien, am Südpol, auf dem Mount Everest oder in Alaska. Die «New York Times» berichtete, landesweit seien im Zusammenhang mit der arktischen Kälte mehr als 20 Todesfälle gemeldet worden.

Behörden machten demnach die extremen Temperaturen unter anderem für den Tod eines 18-jährigen Studenten in Iowa verantwortlich. Er war bewusstlos auf dem Campusgelände gefunden worden und später im Spital gestorben. Einige der Todesopfer seien erfroren, andere bei wetterbedingten Unfällen gestorben, hiess es.

Die Kälte führte vereinzelt zu Stromausfällen, insgesamt hielt das vergleichsweise fragile US-Stromnetz aber Stand. Ökonomen gehen davon aus, dass deswegen auch der wirtschaftliche Schaden des Dauerfrostes überschaubar bleibt - die Behinderungen für das öffentliche Leben konnten in Grenzen gehalten werden

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