29.03.2018 11:48
Quelle: schweizerbauer.ch - Esther Schneiter
Blog
Viehschau am ersten Frühlingstag
Esther Schneiter ist zurück auf schweizerbauer.ch. Nach den Blogs aus Neuseeland, von der Alp Meienfall im Diemtigtal und der Alp Pfidertschegg im Eriz, wird Esther Schneiter in den kommenden Monaten wieder aus ihrem Leben als Lehrerin, Landwirtin und Lernende berichten.

Wie jeden Freitag war ich auch letzte Woche am Inforama Hondrich in der Nachholbildung. Zwar bin ich nach dem Schultag jeweils hundemüde, dennoch ist es ein wichtiger und interessanter Tag für mich – eben mein Tag, an dem ich etwas für mich mache. So musste mein Mann Tobias die Kühe alleine waschen und für die Viehschau parat machen.

Zusammensein wichtiger als Punkte

Der Wecker klingelte am Samstag um 4.00 Uhr. Wir wollten den Kühen genügend Zeit geben um sich die Bäuche voll zu schlagen, denn auf dem Schauplatz gibt es kein Futter. Um 5.00 Uhr wurde gemolken. Uns ist bewusst, dass viele Bauern am Schautag früher melken und vielleicht ein Punkt mehr herausgeholt werden könnte.

Wir sind aber der Überzeugung, dass ein kompetenter Viehschauexperte auch ein gesundes und schönes, nicht prall gefülltes Euter erkennt. Zudem sind wir stolz auf die erzielten Punkte. Schlussendlich sind aber die Tradition und das Zusammensein wichtiger. Denn: Am Abend geben alle Kühe weisse Milch, egal wie viele Punkte sie erreicht haben. Und wir verdienen das Geld mit der Milch (oder auch nicht?), nicht mit den Punkten.

Nickerchen vor der Schau

So waren wir kurz vor sechs Uhr fertig, schoben ein weiteres Mal Heu zur Fressachse und gingen frühstücken. Der Helfer war auf acht Uhr bestellt, also war genügend Zeit um «Überzeit» abzubauen und bis um 7.15Uhr wieder ins noch warme Bett zu schlüpfen.

Pünktlich um 9.30 Uhr standen rund 120 Kühe bei wunderbarem Frühlingswetter auf dem Schauplatz. Wie die meisten anderen führten auch wir sie mit Jeep und Viehanhänger. Im Herbst gehen wir jeweils geschmückt mit Blumen und Treicheln zu Fuss. Alle Kühe waren sauber herausgeputzt, viele geschoren und in sehr gepflegtem Zustand.

Mit Beurteilung zufrieden

Nach dem Punktieren in den Klassen war am Nachmittag die Präsentation der besten Tiere im Ring auf dem Programm. Wir waren mit zehn Kühen vor Ort, sechs waren im Ring.

Den Abend verbrachten wir mit Erstellen des neuen Zauns im Hühnerhof und gingen zeitig schlafen. Wir sind mit der Beurteilung unserer Kühe zufrieden. Auch wenn sie nicht auf dem Podest standen, hätte ich am Abend keine anderen mit nach Hause nehmen wollen.

180 Ostereier gefärbt

Am Sonntagmorgen ging es nach dem Stall gleich weiter mit Ostereier färben. Meine Schwester und die Grossmutter von Töbu unterstützten mich tatkräftig. Wir haben 180 Stück mit Gummibändern verziert, in Orangen-Netzte gesteckt oder Kräuter in Strümpfen umgebunden und anschliessend im farbigen Sud gekocht.

Ob es für den Tag der offenen Türe am Osterwochenende ausreichen wird, haben wir uns gefragt. Natürlich würden wir uns über viele Besucher freuen, eine Vorhersage ist aber kaum möglich. Töbu war es wohl recht, dass er das Festzelt auf dem Viehschauplatz abräumen musste, und beim Eierfärben nicht dabei sein konnte.

Grosse Unterstützung für die offenen Stalltüren

Nicht nur bei den Ostereiern bekommen wir Unterstützung. Da der Frühling endlich da ist, hat Töbu alle Hände voll mit Feldarbeiten zu tun. So hat er beispielsweise am Montag den Mist geführt und mit der Wiesenegge die Felder rund ums Haus, welche im Frühjahr beweidet werden, geeggt. Wir sind froh, dass uns unsere Freunde und Verwandte bei Arbeiten rund um den Tag der offenen Türe unterstützen.

Dies sind klassische Frühlingsarbeiten wie das Putzen der grossen Glocken, welche am Schopf hängen oder das Reinigen der Stallfenster. Aber auch Aussergewöhnliches wie beispielsweise Einkaufen oder die Tische im Tenn stellen. Nun hoffen wir auf traumhaftes, warmes Frühlingswetter, oder zumindest keine Niederschläge.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE