12.08.2019 06:33
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/blu
Aargau
War der Kaiman ein Wels?
Das Rätsel um einen angeblichen Kaiman im Hallwilersee bei Beinwil am See AG ist laut der «SonntagsZeitung» gelöst. Die Kantonspolizei Aargau hingegen ermittelt weiter. Sie hält die neue Theorie für «gewagt».

Wenige Tage, nachdem die Story für Schlagzeilen in der Schweizer Medienlandschaft gesorgt hatte, habe ein Fischer einen 105 Zentimeter langen Wels aus dem Hallwilersee gezogen.

In dessen Magen sei zudem ein Haubentaucher, also ein Wasservögel, der von Laien oft für Enten gehalten werde, gefunden worden. Auch ein Kaiman könne leicht mit einem Wels verwechselt werden, hiess es. Daher sei der Kaiman, der nach einer Ente geschnappt habe, vielmehr ein Wels gewesen, der einen Haubentaucher verschlungen habe.

Der grösste Fisch der Schweiz, der fast drei Meter lang und 80 Jahre alt werden kann, vertilge hauptsächlich lebende und tote Fische, schreibt die SonntagsZeitung. In seltenen Fällen frisst er junge Vögel oder sogar kleine Hunde, die am Ufer baden. Dank seines grossen Mauls und riesigen Magens kann er Tiere verschlingen, die über ein Drittel seiner Körperlänge ausmachen.

Optisch haben Wels und Kaiman gewissen Ähnlichkeiten. «Ich sagte schon zu Beginn, der hat einen Wels gesehen», sagt Richard Stadelmann, Berufsfischer aus Birrwil, zur Zeitung. Zwar habe der Wels einen breiteren und flachen Kopf, die Schwanzflossen sähen aber «praktisch identisch» aus. Der Wels schlängle genau gleich im Wasser wie der Kaiman. 

Die Kantonspolizei Aargau hingegen ermittelt weiter. «Tatsache ist, dass der Kaiman bisher nicht gefunden wurde, verschiedene Leute aber gemeldet haben, einen solchen gesehen zu haben», sagt Roland Pfister, Dienstchef Kommunikation, zur Aargauer Zeitung. Die Schilderungen seien glaubhaft gewesen und von Fachleuten entsprechend beurteilt worden. Man habe keine Beweise, dass ein Kaiman im Hallwilersee lebe. «Dass es ihn nicht gibt, kann aber auch niemand mit Sicherheit sagen», sagt Pfister. Die Theorie mit dem Wels findet er gewagt.

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