Mittwoch, 7. Dezember 2022
25.06.2022 13:23
Italien

Wassermangel belastet Muschelproduktion

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Von: sda/ot

Italien bangt um sein nationales Gericht «Spaghetti alle Vongole». Wegen der Dürre dringt das Meer immer tiefer in das Po-Delta ein, des längsten Flusses Italiens, wo sich die Muschelproduktion konzentriert und bedroht wird.

Der Temperaturanstieg ohne die Möglichkeit eines Wasserwechsels habe zu einem Rückgang der Muschelproduktion von 20 Prozent geführt, berichtete der Landwirtschaftsverband Coldiretti. Wegen der Wasserknappheit sei ein ganzer Sektor gefährdet, der jedes Jahr mehr als 93 Millionen Kilo Miesmuscheln und Venusmuscheln produziert.

2022 habe es nur halb so viel geregnet, wie im Durchschnitt der vergangenen Jahre, erklärte der Verband. Die Gefahr sei, dass die Muscheleinfuhren aus dem Ausland, die bereits ein Drittel des Verbrauchs ausmachen, zunehmen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres sei der Import von Muscheln aus dem Ausland bereits um 50 Prozent gestiegen.

Coldiretti fordert den «Notstand»

«Die Arbeit von Hunderten von Fischerfamilien und Fischzüchtern ist gefährdet. Die Situation ist so dramatisch, dass es notwendig ist, den Notstand auszurufen, um die Lagunenumgebungen zu retten», teilte Coldiretti mit.

In Italien spitzt sich die Lage wegen der anhaltenden Dürre weiter zu. Einige Regionen im Norden fordern von der Regierung in Rom bereits die Ausrufung des Notstandes. «Ich glaube, es ist unvermeidlich, einen Krisenzustand zu verhängen wegen der Trockenheit», sagte dazu Landwirtschaftsminister Stefano Patuanelli.

Ernten bald zerstört

In diversen Gegenden des Mittelmeerlandes hat es seit rund vier Monaten nicht mehr geregnet, der Fluss Po weist den niedrigsten Pegelstand seit 70 Jahren auf.

Die Wasserknappheit gefährdet etwa in den Regionen Piemont, Lombardei und Emilia Romagna etliche Ernten. Vielerorts sind die Wasserspeicher leer und es kommen Tanklaster zum Einsatz, in einigen Gemeinden darf Wasser nur zum Trinken oder für andere wichtige Bereiche des Alltags verwendet werden. Im Piemont geht man davon aus, dass Anfang Juli viele Ernten zerstört sein dürften, wenn bis dahin keine Sondermassnahmen erfolgen.

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