22.09.2016 12:20
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Plastik
Wegwerf-Plastiksack: Kein Verbot
Das Parlament will Wegwerf-Plastiksäcke nun doch nicht verbieten. Es überlässt es dem Detailhandel, dafür zu sorgen, dass weniger Einwegtüten in Umlauf kommen. Nach dem Nationalrat hat am Donnerstag auch der Ständerat entschieden, auf ein Verbot zu verzichten.

Damit machte das Parlament einen früheren Entscheid rückgängig. 2012 hatten National- und Ständerat den Bundesrat beauftragt, Wegwerf-Plastiksäcke zu verbieten. Sie stimmten einer Motion von Nationalrat Dominique de Buman (CVP/FR) zu. Nun wurde diese abgeschrieben und der Weg ist frei für die Branchenvereinbarung des Detailhandels.

Die Detailhändler haben vor, die kleinen Gratis-Plastiktüten von den meisten Kassen zu verbannen. Die Vereinbarung soll den Verbrauch der Wegwerf-Plastiksäcke um 80 Prozent verringern. Bis Anfang 2018 soll sie umgesetzt sein.

Kundinnen und Kunden sollen für die kleinen weissen Säckchen bezahlen müssen, die heute an den Ladenkassen gratis aufliegen. Die Vereinbarung gilt nur für Läden, die hauptsächlich Lebensmittel verkaufen. Convenience-Shops wären ausgenommen. Weiterhin gratis wären die Säcke ausserdem für Früchte und Gemüse im Offenverkauf.

Die Interessengemeinschaft Detailhandel Schweiz und die Swiss Retail Federation begrüssten den Entscheid des Parlaments. Ihre Mitglieder wollten den freiwilligen, ökologisch wirksamen und kundenfreundlichen Gegenvorschlag bis Anfang 2018 umsetzen, schrieben sie. Bei Migros und Coop kosten die Säckchen künftig einen Fünfräppler.

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