25.06.2014 18:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Genf
Weinaffäre: Giroud aus U-Haft entlassen
Dominique Giroud und drei weitere wegen des Verdachts auf Hackerangriffe inhaftierte Männer sind am Mittwoch aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Nach einer zweiten Konfrontationseinvernahme bestand gemäss der Genfer Staatsanwaltschaft keine Kollusionsgefahr mehr.

Vergangene Woche sowie am Mittwoch wurden die vier Verdächtigen in zwei Konfrontationseinvernahmen befragt, wie die Genfer Staatsanwaltschaft am Mittwochabend mitteilte. Die Versionen der drei Verdächtigen gehen weiterhin stark auseinander.

Die Untersuchung wird fortgesetzt. Dominique Giroud, ein Privatdetektiv, ein professioneller Hacker sowie ein Mitarbeiter des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB) wurden am 11. Juni auf Anordnung der Genfer Staatsanwaltschaft verhaftet. Sie stehen im Verdacht, Hackerangriffe auf Computer von zwei Journalisten der «Le Temps» und des Westschweizer Radio und Fernsehen RTS vorgenommen zu haben.

Die Staatsanwaltschaft hielt am Mittwochabend fest, dass der NDB nie eine Rolle im Zusammenhang mit den Hackerangriffen gespielt habe. Der beschuldigte Mitarbeiter habe die im vorgeworfenen Handlungen ausserhalb seiner beruflichen Tätigkeit ausgeführt.

Ferien nötig

Das sei eine gute und erwartete Nachricht, sagte Marc Comina, Mediensprecher von Dominique Giroud, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Dominique Giroud wird sich zu gegebener Zeit äussern, zunächst hat er Ferien nötig.» Die Affäre Giroud sorgt in der Westschweiz seit Wochen für Schlagzeilen. Gegen den bekannten Walliser Weinhändler läuft ein Steuerverfahren sowie ein Verfahren wegen Betrugs, Warenfälschung und Urkundenfälschung.

Giroud wird verdächtigt, zwischen 2006 und 2009 über 350'000 Liter Wein unerlaubt gemischt zu haben. Gemäss unbestätigten Berichten soll sein Firmengeflecht Einnahmen von rund 13 Millionen Franken dem Fiskus unterschlagen haben.

Anzeigen eingereicht

Dominique Giroud reichte vergangene Woche Strafanzeige wegen Betrugs und Veruntreuung gegen den Privatdetektiv ein. Dieser soll vertrauliche Dokumente an einen Journalisten der RTS weitergegeben und ein doppeltes Spiel geführt haben.

Zudem wurde bekannt, dass Giroud bereits Mitte Mai bei der Bundesanwaltschaft Anzeige gegen Unbekannt wegen Amtsgeheimnisverletzung eingereicht hatte. Die Klage richtet sich gegen ein mögliches Leck bei der Schweizer Weinhandelskontrolle. Auch die Geschäftsprüfungsdelegation (GPDel) des Schweizer Parlaments beschäftigt sich mittlerweile mit der Affäre Giroud. Sie konzentriert sich auf Aspekte, welche die Arbeit des Nachrichtendienstes des Bundes betreffen.

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