29.09.2014 07:10
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Neuenburg
Weinbauern-Präsident wird Staatsrat
Die SVP fliegt nach nur knapp anderthalb Jahren wieder aus der Neuenburger Kantonsregierung. Der SVP-Kandidat Raymond Clottu unterlag bei der Ersatzwahl für den zurückgetretenen Yvan Perrin am Sonntag Laurent Favre von der FDP. Die Neuenburger Regierung bleibt links.

FDP-Nationalrat Favre holte mit Unterstützung von CVP, BDP und GLP 34'427 Stimmen und liess Raymond Clottu (8441 Stimmen) weit hinter sich zurück. Keine Chancen hatten der Komiker Thomas Wroblevski (5458) und der ehemalige SVP-Grossrat Karim-Frédéric Marty (2477), der parteilos angetreten war.

Vizepräsident der SAB

Bei einer Wahlbeteiligung von 40,22 Prozent übertraf Laurent Favre auch das absolute Mehr von 25'402 Stimmen deutlich. Favre freute sich, den Einzug in eine «solide» Regierung geschafft zu haben.

Der 41-jährige Favre ist seit 2007 Mitglied des Nationalrats. Favre ist Ing. Agr. HTL, präsidiert den Schweizerischen Weinbauernverband und die Branchenorganisation des Weins und ist Vizepräsident der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete (SAB). Der 41-jährige aus dem Val-de-Travers gilt als Konsenspolitiker. Er hatte bereits im Vorfeld angekündigt, sein Amt als Nationalrat niederzulegen, falls er gewählt wird.

Vorgänger erlitt Burn-out

Die SVP hatte erst im Mai 2013 zum ersten Mal den Einzug in die Neuenburger Kantonsregierung geschafft. Staatsrat Yvan Perrin war jedoch am 16. Juni 2014 von seinem Amt zurückgetreten, nachdem er sich zweimal wegen Erschöpfung in einer Klinik hatte behandeln lassen müssen. Bereits früher als Nationalrat hatte Perrin ein Burn-out erlitten.

Laurent Favre holte nun einen der beiden Sitze zurück, die die FDP bei den Wahlen im Mai 2013 verloren hatte. Neu stellt die FDP mit Favre und dem bisherigen Staatsrat Alain Ribaux wieder zwei Mitglieder in der Regierung.

SVP nur im Wallis in der Regierung

In der fünfköpfigen Neuenburger Exekutive bleibt die SP mit Laurent Kurth, Monika Maire-Hefti und Jean-Nathanaël Karakash in der Mehrheit. Das linke Lager war bei der Ersatzwahl deshalb nicht angetreten.

In der Romandie tut sich die SVP nach wie vor schwer bei Regierungswahlen. Einzig im Kanton Wallis sitzt mit Oskar Freysinger ein SVP-Politiker in der Exekutive. In den Kantonen Genf, Waadt, Freiburg, Neuenburg und Jura ist die in der gesamten Schweiz wählerstärkste Partei nicht in den Regierungen vertreten.

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