14.05.2017 13:19
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Konsum
Weinkonsum sinkt auf neuen Tiefstand
Die Verbraucher in der Schweiz trinken immer weniger Wein. Wie das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) vergangene Woche mitteilte, setzte sich 2016 der negative Verbrauchstrend weiter fort. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Konsum um rund 10 Mio l oder 3,8 % auf den neuen Tiefstwert von 253 Mio l.

Statistisch gesehen trank jeder Eidgenosse im Schnitt 40 l; das waren 2 l weniger als 2015. Der Verzehr von ausländischem Wein wurde dabei mit einem Minus von 0,2 % auf 164 Mio l nur leicht eingeschränkt; bei heimischen Erzeugnissen war jedoch ein regelrechter Einbruch von 9,7 % auf nur noch 89 Mio l festzustellen.

Der Marktanteil vom Schweizer Wein sank im vergangenen Jahr damit auf 35 %. Neben veränderten Konsumgewohnheiten machen die Analysten des BLW vor allem die schlechten Ernten in der Schweiz von 2013 bis 2015 für den starken Verbrauchsrückgang beim heimischen Wein verantwortlich. Die Produktionsmengen seien so niedrig ausgefallen, dass die Nachfrage nicht gedeckt worden sei und sich die Lagerbestände geleert hätten.

Etwas Entspannung zeichnet sich laut BWL durch die bessere Ernte 2016 ab, die mit 108 Mio l im Vergleich zum schwachen Vorjahr um ein Viertel größer ausgefallen ist und auch das langjährige Mittel von 2005 bis 2015 um 8 Mio l übertraf. Erstmals seit 2012 sind deshalb die Lagerbestände im Vorjahresvergleich Ende 2016 wieder etwas angestiegen.

Der Mangel an Wein aus heimischer Erzeugung ist 2016 den Statistikern zufolge nur teilweise durch Importwein ausgeglichen worden. Der Verbrauch von ausländischem Weißwein stieg um 1,9 % auf 39,8 Mio l; bei Rotwein ging er jedoch um 0,9 % auf 124,6 Mio l zurück. Bei den Schweizer Weinen war bei den Weißen ein Konsumrückgang von 13,1 % auf 42,5 Mio l zu verzeichnen, bei den Roten ein Minus von 6,3 % auf 46,6 Mio l. Lediglich bei Schaumwein, der in diesen Daten nicht enthalten ist, griffen die Schweizer im vergangenen Jahr beherzter zu. Der Verbrauch stieg gegenüber 2015 um 2,1 % auf fast 19 Mio l.

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