12.06.2014 06:46
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Welche Muskeln ein Lächeln echt machen
Was ein echtes - oder ein falsches - Lächeln ausmacht, haben Psychologen der Universität Genf in einer neuen Studie herausgefunden. Sie stellten fest, dass ein authentisches Lächeln beim Beobachter eine ganze Reihe von spezifischen Gesichtsmuskeln aktiviert.

Die Wissenschaftler um Didier Grandjean haben Testpersonen 19 verschiedene Arten von Lächeln präsentiert, wie die Uni Genf am Mittwoch mitteilte. Diese wurden durch computer-animierte «Avatare» simuliert. An einem als echt empfundenen Lächeln waren demnach die Augen-, die Wangen- und die Mundmuskulatur beteiligt.

Es zeigte sich, dass die gleichen Muskeln aktiviert werden, wenn eine Person das Lächeln anderer wahrnimmt und seine Echtheit abschätzt, wie beim Gegenüber - in diesem Fall dem Avatar. Somit falle es der Person leichter, sich in den mentalen Zustand seines Gesprächspartners einzufühlen. Die Forscher berichten darüber im Fachjournal «PLOS One».

Für eine überzeugende Mimik genügt es somit den Forschern zufolge nicht, einfach nur die Lachfältchen zu vertiefen. Diese galten in der Fachliteratur als Indikator für ein «echtes» Lächeln. Ein «Lachfältchen-Lächeln» liesse sich auch leicht lernen, das «echte» jedoch nicht.

Die Untersuchung belegt, dass das Unsichtbare - und Unbewusste - eine grosse Rolle dabei spielt. Die schwachen Muskelaktivierungen, die das lächelnde Gegenüber bei den Testpersonen auslöste, waren nicht sichtbar, konnten jedoch mittels Elektromyografie (EMG) gemessen werden. Das Gehirn entschlüssle und interpretiere diese Signale jedoch sehr wohl.

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