29.12.2019 13:30
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Weniger Kabeljau und Seelachs
In der Nordsee soll 2020 die Kabeljaufangmengen um die Hälfte gekürzt werden. Die Fangquoten für den als Seelachs werden EU-weit um 15% gesenkt.

Die Nordseefischer müssen sich im kommenden Jahr auf teils drastisch geringere Fangquoten einstellen. Beim Agrar- und Fischereirat in Brüssel einigten sich die zuständigen Ressortchefs beim Kabeljau auf eine Reduzierung der erlaubten Fangmenge für 2020 um 50 % im Vergleich zum aktuellen Fischereijahr.

Laut Bundeslandwirtschaftsministerium entfallen auf die deutschen Fanggründe in der Nordsee noch knapp 1 600 t. Die Fangquoten für den als Seelachs bekannten Köhler werden EU-weit um 15% gesenkt - das entspricht etwas mehr als 8 300 t an Höchstfangmengen in der deutschen Nordsee. Unverändert bleiben die erlaubten Fangmengen für den Nordseehering mit rund 39 400 t.

Grössere Sorge

Für dieses Jahr hatte es mit einer Reduzierung um 40 % allerdings bereits eine deutliche Einschränkung gegeben. Für die Scholle gibt es im Hinblick auf 2020 nur noch eine Quotenkürzung um 3 %. Derweil hoben die Fischereiminister die erlaubte Fangmenge für Makrele deutlich an, nämlich um 41 %. Auf Deutschland entfallen hier etwa 23 400 t. Ein Plus von 23 % ist für den Fang des Schellfischs vorgesehen. Den Abschluss der Verhandlungen über die Fangquoten bezeichnete Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner insgesamt als zufriedenstellend.

Grosse Sorge würden hingegen die Bestände des Kabeljau bereiten; hier sei ein drastischer Einbruch verzeichnet worden. Die drastische Senkung der Quoten sei zwingend, um die Erholungschancen für diesen Bestand nicht zu gefährden. 

Zudem kündigte Klöckner an, dass die Kabeljaubestände darüber hinaus durch zusätzliche Massnahmen wie der Schliessung von Gebieten mit hoher Laichkonzentration geschützt werden sollen. Zugleich sollen weitere Schutzmassnahmen zwischen Norwegen und der Europäischen Union inAngriff genommen werden, so die Ministerin.

Eine Herausforderung

Staatssekretär Rainer Beckedorf vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium sieht für die Grosse Hochseefischerei in Deutschland mit Blick auf die jetzt vereinbarten Fangquoten 2020 „eine gute Grundlage“, um weiter wirtschaftlich erfolgreich sein zu können. „Deutliche Herausforderungen“ ergeben sich aus Sicht Beckedorfs erneut für die Kleine Hochseefischerei.

Die Senkung der Fangquote für den Seelachs und die drastische Quotenkürzung beim Kabeljau könnten durch die leichten Quotenerhöhungen für die Makrele und den Schellfisch nur schwer kompensiert werden. Ungeachtet der Kürzung beim Kabeljau zeigte sich der Verband der Deutschen Kutter- und Küstenfischer (VDKK) erfreut über die festgelegten Fangmengen bei den pelagischenArten wie Makrele und Hering. Auch bei einigen Bodenfischen gebe es erfreuliche Entwicklungen.

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