28.11.2018 08:35
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Klima
Wieder schrillen die Alarmglocken
Am Sonntag beginnt im polnischen Kattowitz die Uno-Klimakonferenz, bei der es um die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens gehen soll. Darin ist festgehalten, dass die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzt werden soll.

Vom Uno-Umweltprogramm (Unep) haben die Klimaverhandler vor ihrem Aufbruch nach Kattowitz am Dienstag die Forderung mit auf den Weg bekommen, ihre Klimaschutzanstrengungen mindestens zu verdreifachen.

Der Unep-Bericht ist nur eine von einer Reihe eindringlicher Warnungen und Appelle, die in den vergangenen Wochen von internationalen Gremien veröffentlicht wurden:

Nur noch zwei Jahre Zeit hat die Menschheit, um die Wende vom beständigen Anstieg des klimaschädlichen Kohlendioxid-Ausstosses hin zu dessen deutlicher Verringerung zu schaffen. Zu diesem Ergebnis kam der umfangreiche Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel, den der WELTKLIMARAT IPCC Anfang Oktober vorlegte. 

Bis 2050 müsste demnach Treibhausneutralität hergestellt werden. Das heisst, weltweit dürfen dann nicht mehr Treibhausgase ausgestossen werden, als der Atmosphäre durch Wälder und Meere oder technische Verfahren entzogen werden.

Zum Erreichen des 1,5-Grad-Ziels sei ein schneller und grundlegender wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Umbau notwendig, mahnten die IPCC-Wissenschaftler an. Dieser beispiellose Kraftakt lohnt sich aus ihrer Sicht, da die Klimarisiken bereits zwischen den Zielmarken 1,5 und zwei Grad exponenziell anstiegen. Allein dieses halbe Grad Unterschied dürfte laut IPCC die Wahrscheinlichkeit von Extremwetter um 50 Prozent steigern und den Anstieg des Meeresspiegels verdoppeln.

CO2-Konzentration auf Höchststand

«Zunehmend zerstörerische und unumkehrbare Auswirkungen für das Leben auf der Erde» hat die aktuelle Konzentration der Treibhausgase in der Erdatmosphäre, wie die Weltorganisation für Meteorologie(WMO) vor knapp einer Woche mitteilte. Laut ihrem Jahresbericht stieg die Konzentration von CO2 2017 auf einen neuen Höchststand von 405,5 Teilen pro Million (ppm). Auch andere Treibhausgase wie Methan und Lachgas erreichten demnach neue Höchststände.

Der WMO-Bericht fordert ein schnelles Zurückfahren der Emissionen. Derzeit deute allerdings nichts «auf eine Umkehr dieser Tendenz hin, die der entscheidende Faktor für den Klimawandel, den Anstieg des Meeresspiegel, die Übersäuerung der Meere sowie für zunehmende und heftigere Extrem-Wetter-Phänomene ist», kritisierten die Autoren.

Kein Wendepunkt absehbar

Nach drei Jahren Stagnation einen neuen Rekordstand haben auch die weltweiten CO2-Emissionen erreicht, wie das Unep am Dienstag in seinem sogenannten Emissions Gap Report mitteilte. 53,5 Gigatonnen Kohlendioxid wurden demnach im vergangenen Jahr in die Luft geblasen. 

Der Bericht ermittelt alljährlich die Lücke zwischen den zu erwartenden Emissionen bis zum Jahr 2030 und den Werten, die für eine Erreichung der Pariser Klimaziele notwendig sind. Derzeit ist ein Wendepunkt bei den Treibhausgas-Emissionen nicht absehbar.

Um das Zwei-Grad-Ziel zu erreichen, müssten die Länder ihre Klimaschutzziele verdreifachen und für das 1,5-Grad-Ziel sogar verfünffachen, appellierte das Unep. Dazu könnten die Regierungen unter anderem eine kluge Steuerpolitik und eine hohe CO2-Bepreisung nutzen. 

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