4.01.2018 13:25
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wetter
Wintersturm: 30 Millionen Schaden
Nach dem Zug von Sturmtief «Burglind» über die Schweiz sind die Versicherungen daran, die Schäden einzuschätzen und zu beziffern. Soweit überhaupt Zahlen vorliegen, rechnen Versicherungen mit Schäden von mindestens 30 Millionen Franken.

Heruntergefallene Ziegel, abgeknickte Kaminhüte, auf Dächer gestürzte Bäume, weggerissene Scheunentore: Sturm «Burglind» hat an vielen Orten der Schweiz Spuren hinterlassen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur sda zeigt. Vor allem kleinere Schäden wurden gemeldet. Weil noch Ferien sind, wurden weitere Meldungen erwartet.

Bern stark getroffen

Am stärksten getroffen wurde der Kanton Bern: Die Gebäudeversicherung spricht von Schäden in der Höhe von 6 bis 10 Millionen Franken. Sie erwartet rund 5000 Schadenmeldungen aus dem ganzen Kanton. 1500 lagen am Donnerstag bereits vor. Besonders stark getroffen wurde die Region Thun.

Vergleichsweise hohe Schäden vermelden auch Luzern und Nidwalden - ihre Gebäudeversicherungen rechnen mit Schadensummen von je bis zu 4 Millionen Franken. In Luzern wurde vor allem das Entlebuch hart getroffen. Die Zuger Gebäudeversicherung hat bisher rund 200 Meldungen erhalten und rechnet mit Schaden von 1 Million Franken. Keine genauen Zahlen sind für die übrigen Innerschweizer Kantone Uri, Schwyz und Obwalden erhältlich - in diesen Kantonen ist die Versicherung gegen Elementarschäden zwar obligatorisch, kann aber bei privaten Versicherungen abgeschlossen werden.

Kranich von Baum erschlagen

Insgesamt 500 Notrufe gingen wegen des Sturms in diesen Kantonen ein. In Schwyz sprach allein der Tierpark Goldau von Schäden im Umfang von 50'000 Franken. Zudem wurde ein Graukranich von einem umstürzenden Baum erschlagen. Die Zürcher Gebäudeversicherung (GVZ) rechnet mit rund 2000 Schadenfällen und einer Schadensumme von über 2 Millionen Franken. Die Summe sei aber noch schwierig zu beziffern, sagte ein Sprecher der GVZ auf Anfrage.

Die Schaffhauser Gebäudeversicherung erwartet, dass sie Schäden von 1 bis 2 Millionen Franken übernehmen muss - und gibt an, wegen der Ferien noch nicht alle Meldungen erhalten zu haben. Im Kanton Glarus könnten 150 bis 200 Fälle zusammenkommen. Die Glarnersach konnte die Schadensumme noch nicht zuverlässig schätzen.

«Glück gehabt»

«Glück gehabt» bilanzierte die Gebäudeversicherung Basel-Stadt. Grössere einzelne Schäden, wie es sie 1999 beim Sturm «Lothar» gegeben habe, seien ausgeblieben. Im Stadtkanton werden bis zu 400 Fälle und eine Summe von bis zu 2 Millionen erwartet. Im Baselbiet wiederum rechnet die Gebäudeversicherung mit Schäden von 1 Million Franken. Im Kanton Graubünden hat «Burglind» vor allem im Churer Rheintal gewütet. Die Gebäudeversicherung hat bisher über 100 Schadenmeldungen erhalten und kann die Schadensumme noch nicht nennen.

Noch wenig Angaben lagen am Mittag aus der Westschweiz vor. Bekannt war, dass die Neuenburger Gebäudeversicherung bisher 200 Meldungen und Kenntnis von Schäden von rund 1 Million Franken erhalten hat.

Arbeit macht «Burglind» aber auch den Schadeninspektoren von privaten Versicherungen. AXA Schweiz rechnet mit Schäden von über 2 Millionen Franken bis zu 600 Schadenmeldungen, vor allem für Hausrat und Gebäude, Fahrzeugen sowie Schäden in Betrieben. Bei der Mobiliar haben Versicherte bisher 800 Schäden von rund 2 Millionen gemeldet. Die Versicherung rechnet damit, dass sich diese Zahlen noch verdoppeln. In Obwalden hat die Mobiliar bisher 30 Meldungen erhalten.

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