17.04.2015 06:46
Quelle: schweizerbauer.ch - Anja Tschannen
Leserreise Portugal (2.Tag)
"Wir haben Orangen geerntet"
Zurzeit findet die Leserreise in Portugal statt. Hier Erfahren Sie mehr über die Erlebnisse und Abenteuer in Portugal.

Orange ging es auch am zweiten Tag in Portugal zu und her. Der Tag startete mit Bitterorangenmarmelade am Frühstücksbuffet. Eines vorweg, die Marmelade mit den Schalenstücken schmeckt hervorragend und die Zunge kommt dieses Mal auch heil davon.

Gemüse für Lissabon
Eines der  Highlights des Tages war jedoch nicht die Bitterorangenmarmelade, sondern die Orangenernte. Am Nachmittag waren wir bei der Genossenschaft Agrotejo zu Besuch und haben dort einen Betrieb besichtigt, welcher für die Genossenschaft 30 ha Mais anpflanzt und auf weiteren 30 ha Gemüsebau für die Direktvermarktung betreibt. Zurzeit fährt der Besitzer mit Patisson (Kürbis), dicken Bohnen und Orangen an den Markt in Lissabon. Während der Führung zeigt er uns seine frisch gekauften Melonensetzlinge die er für 50 Cent pro Stück kauft und bald anpflanzen will. Danach gewährt er uns freien Zutritt zu seinen Orangenbäumen. Dieses Mal handelt es sich um die normalen Orange, die wir in den Wintermonaten in unseren Einkaufsregalen finden. Genau solche Orangen durfte die ganze Reisegruppe selber von Hand ernten.

Ehrfurcht vor den Orangen
Direkt vom Baum in den Mund, so schmeckt es doch am besten. Es ist schon erstaunlich wie schnell sich die Einstellung zu einer Sache ändern kann, wenn man plötzlich und unvermittelt einen Bezug dazu hat. Was ich da in meinen Händen halte ist nicht einfach irgendeine Orange, nein es ist eine ganz frische, buntleuchtende Frucht die eben noch in der Sonne an diesem Baum direkt vor mir gehangen hat, die ich selber übervorsichtig vom Baum gezupft habe (man weiss ja nie was so ein Orangenbaum aushält, immerhin gibt es in der Schweiz keine davon) und nun ehrfürchtig und voller Freude betrachte.

Das Ernten lohnt sich nicht
Der Bauer hat unterschiedliche Orangensorten. Die einen Bäume stehen mitten in der Blüte und ein frischer süsser Duft steigt uns in die Nase, während dem die anderen übervoll mit reifen Früchten im Garten stehen. Der Preis für Orangen sei so tief, dass es sich nicht lohnt die Früchte zu ernten und viele makellose, reife Früchte einfach an den Bäumen hängen bleiben.  Neben den Orangen war der tiefblaue Atlantik ein weiterer Höhepunkt. Die Stadt Cascais liegt direkt am Atlantik. Bei dem „Höllenschlund“ bekamen wir einen Vorgeschmack von der wilden Schönheit des Ozeans.

Mittelalterliche Mikrowellen im Schloss
Die Lebendigkeit des Wassers stand im Kontrast zur Stimmung im Nationalschloss in Sintra. In den reichlich verzierten Räumen tauchte man ab in die Vergangenheit, als noch Prinzen und Prinzessinnen durch die Gänge huschten und in der grossen Küche mit den beiden riesigen Kaminen, Festmähler für die grosse Tafelrunde vorbereitet wurde. Übrigens gab es schon im Mittelalter eine Mikrowelle, in einem grossen schwarzen Eisenschrank wurde unten eingefeuert um das Essen zu wärmen oder warm zu halten. Portugal hatte viele Könige, Adlige und Heilige. Manchen Frauen war es am Hofe langweilig, so auch einer Königin die einst im Nationalschloss gelebt hat. Kurzerhand eröffnete sie eine Bäckerei und erfand die „Queijadas Finas.“ Das sind kleine Küchen die mit einer Zimt-Quark-Masse gefüllt sind, ein Traum für jeden Zimtliebhaber.

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