9.09.2018 06:02
Quelle: schweizerbauer.ch - Julia Spahr
Ausbildung
Wird er der beste Landwirt?
Der Landwirt Patrick Fankhauser aus Burgistein BE tritt in ein paar Tagen an den Berufsmeisterschaften SwissSkills an. Er erzählt, in welcher Disziplin er besonders gut abschneiden will und vor welcher er sich fürchtet.

Betritt man den Hof der Fankhausers in Burgistein BE, stechen einem die  Stallplaketten ins Auge, die an der Wand hängen. Hier züchtet man offensichtlich erfolgreich Kühe. Und so ist es. Der Name Fankhauser ist in der Branche kein unbekannter.

Es überrascht deshalb nicht, dass Patrick Fankhauser, der Zweitjüngste der vier Fankhauser-Söhne, Vergleiche aus dieser Domäne heranzieht. «Eine Viehschau ist eine Momentaufnahme. Es kann sein, dass eine Kuh zu Hause wunderbar aussieht und dasteht, an einer Schau aber komplett versagt. Ich denke, das ist bei mir aber nicht der Fall», sagt er. 

Er macht sich  Gedanken um seine Leistung, weil er in wenigen Tagen an den Schweizer Berufsmeisterschaften, an den Swiss Skills, antreten wird. 

Pflanzenbestimmung

Fankhauser ist einer von 36 Kandidaten, die aus der ganzen Schweiz kommen und die sich als Landwirte messen. Aufgrund seiner guten Noten während der Lehre hat ihn seine Klassenlehrerin angefragt, ob er an den SwissSkills teilnehmen wolle. Er sagte zu. Im Kanton Bern müssen die Kandidaten aber zuerst eine Vorausscheidung überstehen. 

Er hatte nur wenig Zeit, sich richtig vorzubereiten. Deshalb trat er mit einem mulmigen Gefühl an. Am Schluss habe es aber gereicht, und nun ist er einer von sieben Kandidaten aus dem Kanton Bern, die an den SwissSkills teilnehmen.

Gerade steckt er mitten in den Vorbereitungen. Am Tag davor hatte er bei Beat Lehmann aus Zollbrück BE einen SwissSkills-Vorbereitungsabend (siehe Interview unten). «Wir haben das Melken angeschaut. Das wird für mich kein Problem sein.

Schliesslich mache ich das täglich auf unserem Betrieb.» Etwas mehr fürchtet er sich vor dem Pflanzenbau. «Besonders die Pflanzen, die wir erkennen müssen, muss ich noch anschauen.» Und die Mechanisierung. «Wir müssen einen Frontlader ankoppeln.

Da es Traktoren der Marke Claas sind, wird das eine Herausforderung. Wir haben Fendt», erzählt er. Deshalb ist er froh, dass er das Frontlader-Ankoppeln mit einem Claas  in den Vorbereitungskursen zumindest einmal üben konnte.

Arbeit auf Betrieb

Nach den SwissSkills arbeitet er weiter auf dem Betrieb in Ballmoos bei Jegenstorf BE, wo er zurzeit angestellt ist. Dann hilft er zwei Monate zu Hause, bevor er ins Militär muss.

In diesen zwei Monaten  wird es wieder viel Arbeit geben, weil die Viehausstellungen anstehen.» Er wird teilweise selber hingehen oder auf dem Betrieb die Arbeit machen, wenn seine Brüder hinfahren.

Michael Fankhauser, sein älterer Bruder, verzeichnete letztes Jahr einen Triumph, als er den Titel als Europas bester Jungzüchter holte.

Wer übernimmt?

Nicht nur Michael hat nebst Patrick eine landwirtschaftliche Ausbildung abgeschlossen, auch ein weiterer Bruder ist in dieser Branche tätig. Wer wird also einmal den Betrieb übernehmen?  «Arbeit gäbe es für alle drei genug», sagt Patrick Fankhauser. Sein Vater sei aber erst gerade 50 geworden, es bleibe also noch etwas Zeit, um die Nachfolge zu regeln.

Ein paar Gedanken hat sich der junge Mann aber bereits gemacht. «Den Betrieb könnte ich gut so weiterführen. Noch geht es für uns trotz des tiefen Milchpreises auf, und mir leuchtet die konventionelle Landwirtschaft ein», sagt er. Wer ganz auf Bio setze, sehe nicht, dass man die Weltbevölkerung nicht ernähren könnte, wenn alle Lebensmittel biologisch produziert würden, so der junge Mann.

Als Nächstes muss Patrick Fankhauser aber nicht die grossen Fragen rund um den Welthunger behandeln. Ein gutes Abschneiden an den SwissSkills ist sein Ziel. Ob er der beste Landwirt der Schweiz sein wird? «Dazu möchte ich noch nichts sagen. Aber mein Ziel sind die Top 10», sagt der junge Landwirt.

Betriebsspiegel:

Familie Fankhauser führt in Burgistein einen konventionellen Betrieb. Sie besitzt 40 Hektaren Land. Darauf kultiviert sie Winterweizen, Triticale, Mais und Kunstwiese. Der Brotweizen geht an die Landi Thun und ein kleiner Teil an Gantrisch Gold Korn. Zudem hält sie 30 Milchkühe mit eigener Aufzucht.  Die Milch  geht zum Industriepreis an die Aaremilch.

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