3.08.2020 13:44
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Wissen über Oxytocin wichtig
Forschende der Universität Zürich haben den dreidimensionalen Bauplan des Oxytocin-Rezeptors bestimmt. Damit sollen sich neue Medikamente gegen psychische Krankheiten entwickeln lassen.

Wissenschaftler versuchen seit Jahrzehnten, Medikamente zu entwickeln, die gezielt an den Oxytocin-Rezeptor binden. Denn das auch als «Kuschelhormon» bekannte Oxytocin löst seine Wirkungen aus, indem es an den Rezeptor bindet. Das Hormon stärkt die Bindung zwischen Mutter und Kind sowie zwischen Paaren, ist aber auch an diversen psychischen Erkrankungen wie Autismus, Asperger-Syndrom, sozialen Ängsten oder Suchtanfälligkeit beteiligt. In der Landwirtschaft kommt Oxytocin zum Beispiel bei Milchflussstörungen von Kühen zum Einsatz.

Besseres Verständnis ist Grundlage

Ein Team um den Biochemiker Andreas Plückthun untersuchte, wie der Rezeptor aussieht, wenn Retosiban daran gebunden ist. Dies ist ein Wirkstoff, der vorzeitige Wehen unterdrückt. «Zu verstehen, wie Retosiban im atomaren Detail mit dem Rezeptor interagiert, dient als Blaupause für die Entwicklung neuer Therapeutika, die dessen Wirkung regulieren», liess sich Plückthun in einer Mitteilung der Universität Zürich (UZH) zitieren.

Signalübermittlung dank Cholesterin und Magnesium

Die UZH-Forschenden machten neben dem Bauplan des Rezeptors noch eine weitere neue Entdeckung: Damit das von Oxytocin ausgelöste Signal effizient übermittelt werden kann, muss der Rezeptor mit zwei weiteren Substanzen interagieren, nämlich Cholesterin und Magnesium. Die Studienergebnisse, die Mitte Juli im Fachmagazin «Science Advances» erschienen sind, dürften laut Plückthun die Medikamentenentwicklung für viele weit verbreitete und schwere menschliche Erkrankungen vorantreiben.

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