Montag, 23. Mai 2022
17.07.2011 07:42
Leserreise Westkanada (Part 7)

Wo die Westkanadier gerne ihre Ferien verbringen

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Von: Reto Blunier

Nach der Fahrt durch wilde Schluchten und viel Wald wurden die Täler wieder breiter. Auch das Klima änderte von feucht auf trocken und warm. Der Etappenort Kelowna ist ein Wein- und Obstanbaugebiet und liegt am herrlichen Okanagan-See. Viele Westkanadier verbringen in diesem Gebiet ihre Ferien. Mit Bildergalerie

Nach der Abfahrt aus Revelstoke folgte eine Fahrt durch wilde Täler mit endlosen Waldgebieten. Hier dürften sich Wildtiere wohl fühlen, wird sich doch eher selten ein Mensch in dieses Gebiet verirren. Nach gut einer Stunde Fahrt wird das Tal breiter, und erste landwirtschaftliche Betriebe werden sichtbar. Das satte Grün fällt sofort auf, doch wird die Farbe der Umgebung im Verlauf des Tages immer wie matter und brauner.

Ohne Bewässern wächst nichts

Hausboote mögen nicht wenige Kanadier, diese werden in der „Hausboot-Hauptstadt" Sicamous auch zur Genüge zur Miete oder Kauf angeboten. Das weitläufige Netz an Seen und Flüssen ist gerade prädestiniert für Hausboot-Touren.

Doch die Vegetation wird zunehmend karger, nur mit Hilfe des Bewässerns lassen sich sehr schöne Luzerne-, Gras- oder Maisfelder kultivieren. Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich feuchte und trockene Gebiet abwechseln. Spätestens in Vernon wird klar, dass in diesem Gebiet wohl nicht zu viel Regen fällt. Auch Wald hat es nicht mehr so viel. Und Äcker, die nicht kein künstliches Nass erhalten, werden in Kürze braun. Ein stetiger Wind tut sein Seiniges zum Austrocknen bei. Der Wechsel zwischen satten und bräunlichen Flecken ergibt ein attraktives Landschaftsbild. In dieser Gegend wird nun auch zunehmend Obst und Wein angebaut. Aber ohne Bewässern wächst hier nichts.

Kelowna – die boomende Stadt

Wir nähern uns der Heimatstadt unseres Chauffeur Kevins. Und schnell wird ersichtlich, weshalb er sich hier niederliess. In Kelowna, einer Stadt mit über 100’000 Einwohnern, lässt es sich gut leben. Das Klima ist mild und in der Regel trocken (im Winter sinkt das Thermometer trotz der Nähe zu den Bergen selten unter 0 Grad). Kelowna hat einen Sandstrand, einen Bootshafen, eine Flaniermeile, es werden Konzerte veranstaltet und der Okanagan-See gibt dem Ort eine mediterrane Note – Ferienstimmung kommt auf. Nicht wenige Kanadier verbringen ihre Sommerferien dieser Stadt. Dass der Ort boomt, sieht man den vielen Baustellen und neu errichteten Häusern. Das Landschaftsbild ähnelt ein wenig der Murtenseeregion – dort lässt es sich ja ebenfalls gut wohnen.

Bevor wir aber unser Hotel beziehen, besuchen wir ein Weingut. Die Summerhill Pyramid Winery produziert nach biologischen Kriterien Wein, wie auch sonst viele Produkte in dieser Region nach (kanadischen) Biostandards angebaut werden. Ob Geschmack lässt sich streiten, deshalb entzieht sich der Schreibende einer Weinkritik. Trotz des Beteuern der Weingutführerin, dass hier der beste Wein produziert wird, vermag das Angebotene den Schreibenden und auch die Reiseteilnehmer nicht wirklich zu überzeugen.

Wein von der Pyramide

Speziell ist ein Vorgang in der Produktion des Weines. Der Besitzer ist fasziniert von Pyramiden. Deshalb liess er eine solche in den neben dem Gut (in welchem gekonnt die Produkte vermarktet werden – inklusive Restaurant) liegenden Berg bauen. Jeder Wein wird während mindestens 30 Tagen in der Pyramide gelagert. Brasilianische Kristalle an der Decke sollen dem Wein eine spezielle Kraft verleihen. Nun ja, Esoterik ist ja im Moment im Trend.

Reto Blunier, Kelowna

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