25.08.2019 07:13
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Klima
WWF warnt vor Dürren
Vor den Auswirkungen der zunehmenden Wahrscheinlichkeit von Dürren hat der World Wide Fund for Nature (WWF) gewarnt.

In Europa würden diese Wetterextreme durch die Erderwärmung immer wahrscheinlicher und gefährdeten zunehmend die Energieversorgung und den Anbau von Grundnahrungsmitteln, erklärte die Naturschutzorganisation bei der Vorstellung des Berichts „Risiko Dürre“ am vergangenen Donnerstag (22.8.) in Berlin.

Der WWF hob insbesondere die Abhängigkeit der Energieversorgung vom Wasser hervor. Häufigere und intensivere Phasen extremer Dürren führten zu einem akuten Ausfallpotential, da die Energieversorgung zu einem bedeutenden Teil auf Wasser zum Kühlen, als Transportweg oder zur Energieerzeugung angewiesen sei.

Fast die Hälfte der weltweiten Wärmekraft werde in Gebieten mit einem hohen Dürrerisiko produziert; in Europa würden 43 % der gesamten Süsswasserentnahme für die Kühlung von thermischen Kraftwerken genutzt. Der WWF-Süsswasserreferent Phillip Wagnitz bezeichnete den Bau neuer Kohle-, Gas- oder Atomkraftwerke angesichts der Dürrekrise als „aberwitzig“.

Auch Wasserkraft sei in Zeiten niedriger Wasserstände und wegen der vielfältigen Umweltauswirkungen keine „grüne Alternative“. Wind- und Solarenergie seien bereits wirtschaftlich auf dem gleichen Ertragsniveau und müssten daher „Vorfahrt“ haben. Laut Wagnitz bedrohen Dürren zugleich die Lebensgrundlage von Millionen Landwirten weltweit und zunehmend auch in Deutschland.

Er forderte, den nachhaltigen Umgang mit Süsswasserressourcen in Risikogebieten für wasserintensive Wirtschaftszweige wie Landwirtschaft, Bergbau oder Energie verpflichtend zu machen und das Thema auch in Handels-, Investitions- und Wirtschaftsabkommen einzubinden. „Die EU muss ihre Treibhausgasemissionen bis 2030 möglichst um 65 % gegenüber 1990 verringern und die Ziele des Pariser Abkommens mit wirkungsvollen Massnahmen unterlegen“, forderte Wagnitz.

Noch in diesem Jahr brauche es ein wirksames nationales Klimaschutzgesetzespaket, um das 40-Prozent-Reduktionsziel der Bundesregierung für 2020 zumindest mit minimaler Verspätung zu erreichen.


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