30.06.2020 09:15
Quelle: schweizerbauer.ch - Margrit Renfer
Jura
Zaun geöffnet – Rind abgestürzt
Weil vier Tore einer Weide in La Tuilerie, Cerneux-Le Veusil geöffnet wurden, büxten die 13 Rinder aus. Eines fiel in die nahe Schlucht und konnte nur noch tot geborgen werden. Der Verlust für die Besitzer ist gross.

Es ist ein traumhaft schönes Naturschutzgebiet auf dem Hochplateau zwischen St. Imier und Les Bois, ennet dem Mont Soleil.

Neuer Zaun


Hier auf 1100 Metern über Meer mit Weihern, Hochmoor und Schlucht, wo sich üblicherweise nur die Landwirte, einige Wanderfreudige und Naturliebhaber aufhalten, hat sich das Bild geändert. «Seit Corona kommen ganze Völkerwanderungen und Bikergruppen in das Gebiet» sagen Marianne und Heinz Zimmermann aus Cormoret, deren Familie bereits seit 50 Jahren einen Betrieb vor Ort pachtet.

Drei Hektaren sind als Weide eingezäunt. Das andere Land wird für Heu und Emd genutzt, bevor den Sömmerungsrindern gegen Herbst die ganze Fläche zur Verfügung steht. Vor zwei Jahren wurden die alten Stacheldrahtzäune mit einem neuen Zaun und neuen Toren durch eine Spezialfirma ersetzt. Zickzack-Durchgänge für die Wanderer wurden erstellt, damit diese, ohne den Zaun zu öffnen, passieren können. Die Sömmerungsrinder werden durch den in Cerneux-Veusil wohnhaften Nachbarn betreut.

Grosser Verlust


Nun erlebte dieser kürzlich beim täglichen Kontrollgang eine böse Überraschung; die Rinder irrten herum, alle vier Tore lagen geöffnet am Boden. Ein Rind war in eine Schlucht gefallen und konnte nur noch tot geborgen werden. «Ist es Gleichgültigkeit oder Vandalismus» fragt sich Marianne Zimmermann. Und ob sich die Leute, die die Zäune offen liessen, wohl bewusst seien, was passieren kann, wenn die Tiere frei im Gebiet mit Abhängen und kleinen Seen herumlaufen können. Zudem hätten die Leute auf den Weiden eigentlich nichts verloren. 

Die Geschichte ist für die Betreiber der Sömmerungsweide und für den Besitzer des verunfallten Tieres ein Verlust, der nirgends geltend gemacht werden kann. Mangels Beweisen ist keine Klage möglich. Eine Unfallversicherung für das Tier, wurde –  weil unüblich – nicht abgeschlossen. Durch die Rega-Mitgliedschaft kommen immerhin keine Bergungskosten dazu. Den Besitzern des Tieres, einer jungen Bauernfamilie, die gerade mit der Landwirtschaft begonnen hat, bleibt ein unsicheres Gefühl, dass die Tore aus welchen Gründen auch mutwillig geöffnet wurden.  

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